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Glossar

IPIH Glossar. Hier finden Sie kurze Erklärungen zu Begriffen und Abkürzungen.

Abnutzung

Definition gemäß DIN 31051, 4.3.1: Abbau des Abnutzungsvorrates, hervorgerufen durch chemische und/oder physikalische Vorgänge. Anmerkung 1 in DIN 31051: Solche Vorgänge, die durch unterschiedliche Beanspruchungen hervorgerufen werden, sind z.B. Reibung, Korrosion, Ermüdung, Alterung, Kavitation, Bruch usw. Anmerkung 2 in DIN 31051: Abnutzung ist unvermeidbar.

Abnutzungsarmut

Niedrige Intensität von Abnutzung und Fehlerentstehung durch zeitabhängige Abnutzungsprozesse während der Nutzung.

Abnutzungsausfall (Spätausfall)

Dritte Phase des charakteristischen Verlaufes der Ausfallrate ("Badewannenkurve"). Die Ausfallrate steigt mit zunehmender Betriebszeit immer stärker an. Zu den "rein zufälligen" (stets wirkenden) Ausfallursachen kommen vermehrt Ausfälle durch Alterung, Abnutzung, Ermüdung usw

Abnutzungsgrenze

Definition gemäß DIN 31051, 4.3.1.2: Im Sinne der Instandhaltung der vereinbarte oder festgelegte Mindestwert des Abnutzungsvorrates. Erläuterung: Beispiele für eine Abnutzungsgrenze sind: Mindest-Restprofiltiefe bei Autoreifen von 2 Millimetern, MindestRestdicke eines Bremsbelages bei Trommelbremsen von 5 Millimetern und beiScheibenbremsen von 2.5 Millimetern.

Abnutzungsgrenze, Bewertungskriterien

Bewertungskriterien für Abnutzungsgrenzen sind:

  • Funktionsgüte Qualität und Quantität der Produktion liegen in vorgegebenen Toleranzen
  • Wirtschaftlichkeit Produktionsverbrauch, Verbrauch an Energie und Betriebsstoffen und Instandhaltungs -aufwand liegen in zulässigen Grenzen (optimaler Bereich)
  • Betriebssicherheit keine Gefahr für plötzliche Ausfälle, Produktions -unterbrechungen oder Ausschuss
  • Umweltverträglichkeit keine Gefahr einer zu hohen Umweltbelastung durch den Produktionsprozess

 

Abnutzungsprognose

Definition gemäß DIN 31051, 4.3.1.3: Vorhersage über das Abnutzungsverhalten einer Betrachtungseinheit, die mit Hilfe der Abnutzungsmechanismen aus den bekannten oder angenommenen Belastungen der zukünftigen Bedarfsanforderungen ermittelt wird, ausgehend von einem Ist-Zustand der Betrachtungseinheit. Anmerkung in DIN 31051: Das Abnutzungsverhalten wird durch die Abbaukurve des Abnutzungsvorrates beschrieben.

Abnutzungsvorrat

Definition gemäß DIN 31051, 4.3.1.1 (vgl. Abb. 1): Im Sinne der Instandhaltung Vorrat der Funktionserfüllungen unter festgelegten Bedingungen, der einer Betrachtungseinheit aufgrund der Herstellung, Instandsetzung oder Verbesserung innewohnt. Anmerkung in DIN 31051: Die Abbaukurve des Abnutzungsvorrates ist nur ein Beispiel derm öglichenVerläufe.

Abrasion

Verschleiß durch Abrasion (auch als Furchverschleiß bezeichnet) ist die spektakulärste Verschleißform. Sie entsteht durch harte Rauheitshügel des Gegenkörpers oder durch harte Partikel des Zwischenstoffes. Dabei werden verschiedenen Formen der Wechselwirkung zwischen einem abrasiv wirkenden Partikel und der verschleißenden Werkstoffoberfläche unterschieden.

Adhäsion

Verschleiß durch Adhäsion (auch Haftverschleiß genannt) ist die Bildung und Trennung (Abscheren) von atomaren und/oder molekularen Bindungen (Mikroverschweißungen) zwischen Grund- und Gegenkörper (Wechselwirkungen zwischen Festkörpern). Dabei erfolgt die Trennung häufig nicht in der ursprünglichen Kontaktfläche, sondern im Volumen eines Partners. Es haftet dann Material an dem anderen Partner (Materialübertrag). Adhäsions-Verbindungen entstehen, wenn die Oberflächenfilme der Reibpartner versagen, was z.B. bei hohem Druck, hoher (und tiefer!) Temperatur und hohen Geschwindigkeiten geschehen kann. Bei großflächigen Verbindungen mit starkem Reibkraftanstieg wird von "Fressen" gesprochen, dies kann zum spontanen Ausfall von Maschinen und Anlagen führen.

After Sales Service

(dt.: Dienstleistungen nach dem Kauf) Definition gemäß DIN EN 13306, 10.8: Alle Dienste, die vom Lieferanten oder vom Hersteller nach dem Kauf angeboten werden. Erläuterung: Diese Dienste können zum Teil im Preis einer Einheit enthalten sein oder getrennt zur Abrechnung gebracht werden. Das Angebot des After Sales Service wird von den Lieferanten und Herstellern zunehmend zur Differenzierung vom Wettbewerb genutzt. Ziel ist es, dem Kunden nicht mehr allein eine Einheit zu liefern, sondern die erforderliche Problemlösung. Hierdurch soll den Kunden ein zusätzlicher Nutzen entstehen (Mehrwert) und der Kunde gleichzeitig enger an den Lieferanten und Hersteller gebunden werden. Das Angebot kann so weit gehen, dass der Kunde nur noch den Nutzen einer Einheit kauft, z. B. den Transport von Paletten durch einen Stapler im Ersatzteillager, der Lieferant ist dann der Betreiber der Einheit.

Alterung

(Werkstofftechnische) Alterung ist die Gesamtheit aller im Laufe der Zeit in einem Material irreversibel ablaufenden chemischen und physikalischen Vorgänge

Alterungsursache, äußere

Äußere Alterungsursachen sind chemische und physikalische Einwirkungen der Umgebung auf das Material, die zu Alterungsvorgängen führen

Alterungsursache, innere

Innere Alterungsursachen sind thermodynamisch instabile Zustände des Materials, die zu Alterungsvorgängen führen

Alterungsvorgang, chemischer

Chemische Alterungsvorgänge führen zur Veränderung der chemischen Zusammensetzung, der Molekülstruktur und/oder der Molekülgröße des Materials bzw. bei Mehrstoffsystemen von einer der Komponenten des Materials

Alterungsvorgang, physikalischer

Physikalische Alterungsvorgänge verlaufen unter Veränderung des Gefüges, des molekularen Ordnungszustandes, des Konzentrationsverhältnisses der Komponenten (bei Mehrstoffsystemen) bzw. der äußeren Form und Struktur oder der messbaren physikalischen Eigenschaften

Änderung / Modifikation

Definition gemäß DIN 31051, 4.5.1.1 (aus DIN EN 13306, 8.13): Kombination aller technischen und administrativen Maßnahmen sowie Maßnahmen des Managements zur Änderung der Funktion einer Betrachtungseinheit. Anmerkung 1 in DIN 31051: Änderung bedeutet nicht den Ersatz durch eine gleichwertige Be-trachtungseinheit. Anmerkung 2 in DIN 31051: Änderung ist keine Instandhaltungsmaßnahme, sondern sie ist die Änderung der geforderten Funktion einer Betrachtungseinheit in eine neue geforderte Funktion. Die Änderung kann einen Einfluss auf die Funktionssicherheit oder die Leistung der Betrachtungseinheit oder auf beides haben.

Anerkannte Regelnder Technik

Definition in Anlehnung an § 3 Abs. 1 Satz 3 GSG (Geräte-Sicherheits- Gesetz): Allgemein anerkannte Regeln der Technik sind diejeni-gen Regeln, die in der Fachpraxis erprobt und bewährt sind und nach vorherrschender Meinung einer Mehrheit repräsentativer Fachleute als Wiedergabe des Standes der Technik angesehen wird. Anmerkung 1: Allgemein anerkannte Regeln der Technik beruhen zwar auf der Analyse von Erfahrungen und sind breit anwendbar, sie sind dabei aber auf die zugrunde liegenden Fälle beschränkt. Dies muss bei ihrer Anwendung beachtet werden, d. h. eine Anpassung an betriebs- und situationsspezifische Gegebenheiten ist vor Ort immer notwendig. Anmerkung 2: Allgemein anerkannte Regeln der Technik werden u. a. in Normen und Richtlinien dokumentiert.

Anlage

Eine Anlage umfasst die Gesamtheit aller technischen Mittel eines Systems. Anmerkung 1: Dies ist die Definition aus DIN 31051:1985-01. Sie wird hier weiter verwendet, da der Begriff in der Praxis üblich ist. Anmerkung 2: Das Synonym für Anlage ist in DIN EN 13306 der Begriff "Asset".

Anlagenhierarchie

Ziel der Anlagenhierarchie ist es, eine Gliederung der Instandhaltungsobjekte (hierarchisch) aufzubauen und zu dokumentieren

Asset

(dt.: Objekt) Definition gemäß DIN EN 13306, 3.2: Eine bedeutsame Einheit. Anmerkung: Der Begriff "Asset" wird im Deutschen meist mit "Anlage" übersetzt. So wird der Begriff "Asset Management" in der Regel mit "Anlagenwirtschaft" oder "Anlagenmanagement" übersetzt.

Aufgeschobene Instandhaltung

Definition gemäß DIN EN 13306, 7.9: Korrektive Instandhaltung, die nicht unmittelbar nach einer Fehlererkennung ausgeführt, sondern entsprechend gegebener Instandhaltungsregeln aufgeschoben wird

Außerbetriebnahme

Definition gemäß DIN 31051, 4.5.3.3: Im Sinne der Instandhaltung beabsichtigte unbefristete Unterbrechung der Funktionsfähigkeit einer Betrachtungseinheit

Außerbetriebsetzung

Definition gemäß DIN 31051, 4.5.3.2: Im Sinne der Instandhaltung beabsichtigte befristete Unterbrechung der Funktionsfähigkeit einer Betrachtungseinheit während der Nutzung

Ausfall

Definition gemäß DIN 31051, 4.5.3.1 (aus DIN EN 13306, 5.1): Beendigung der Fähigkeit einer Betrachtungseinheit, eine geforderte Funktion zu erfüllen. Anmerkung: Dies ist ein Zustand, bei dem der Abnutzungsvorrat entweder vollständig abgebaut ist oder ein festgelegter Mindestwert unterschritten ist.

Ausfall mit gemeinsamer Ursache

Definition gemäß DIN EN 13306, 5.6: Ausfälle verschiedener Einheiten als Folge derselben unmittelbaren Ursache, wobei diese Ausfälle nicht voneinander abhängen.

Ausfallabstand

Definition gemäß DIN EN 13306, 9.14: Zeit zwischen zwei aufeinander folgenden Ausfällen einer Einheit

Ausfallmechanismus

Definition gemäß DIN EN 13306, 5.10: Physikalischer, chemischer oder anderer Vorgang, der zu einem Ausfall führt oder geführt hat.

Ausfallmuster , typische

Erläuterung nach Moubray: Umfangreiche Untersuchungen haben gezeigt, dass der tatsächliche Verlauf der Ausfallrate bei komplexen Systemen und Anlagen teilweise von der klassischen "Badewannenkurve" abweicht. Insgesamt wurden sechs verschiedene typische Muster identifiziert, die den Zusammenhang zwischen technischer Lebensdauer und Ausfallwahrscheinlichkeit einer Betrachtungseinheit darstellen (vgl. Abb. 2).

  • Ausfallmuster A entspricht dem klassischen Verlauf der Ausfallrate - der Badewannenkurve. Sie kann als Kombination mehrerer unterschiedlicher Ausfallmuster aufgefasst werden. Nach anfänglichen Frühausfällen bleibt die Ausfallrate nahezu konstant und steigt erst im Alter wieder an.
  • Ausfallmuster B weist eine konstante bzw. leicht ansteigende Ausfallwahrscheinlichkeit auf, die wie beim Ausfallmuster A zum Ende der technischen Lebensdauer steil ansteigt
  • Ausfallmuster C zeigt eine stetig zunehmende Ausfallcharakteristik, die sich im Gegensatz zu den Verlaufsmustern A und B auch zum Ende der technischen Lebensdauer nicht grundlegend verändert.
  • Ausfallmuster D beginnt mit einer sehr geringen Ausfallwahrscheinlichkeit, die nach einem steilen Anstieg ein konstantes Niveau erreicht.
  • Ausfallmuster E charakterisiert eine Ausfallrate, die während der gesamten technischen Lebensdauer einer Betrachtungseinheit konstant bleibt.
  • Ausfallmuster F ist das Pendant zu Ausfallmuster B. In der Anfangsphase weist die Betrachtungseinheit eine hohe Ausfallrate auf, die in ein konstantes oder leicht ansteigendes Niveau übergeht.

 

Ausfallrate

Definition gemäß DIN EN 13306, 4.13: Anzahl der Ausfälle einer Einheit während eines gegebenen Zeitbereiches dividiert durch diesen Zeitbereich. Anmerkung 1 in DIN EN 13306: Dieser Wert ist eine Annäherung. Anmerkung 2 in DIN EN 13306: In einigen Fällen kann die Zeiteinheit durch Bezugseinheiten ersetzt werden.

Ausfallursache

Definition gemäß DIN EN 13306, 5.2: Umstände während der Entwurfs-, Fertigungs-, Inbetriebsetzungs- oder Nutzungsphase, die zu einem Ausfall geführt haben

Ausfallwahrscheinlichkeit

Die Ausfallwahrscheinlichkeit ist die Wahrscheinlichkeit, mit der eine Betrachtungseinheit innerhalb eines Betrachtungszeitraums ausfällt

Badewannen- kurve

Die so genannte "Badewannenkurve" (vgl. Abb. 3) ist ein Modell für den Verlauf der Ausfallrate mechanischer Komponenten über der technischen Lebensdauer. Der zeitliche Verlauf setzt sich aus drei charakteristi-schen Phasen zusammen:

  • Frühausfallphase
  • Konsolidierungsphase (stabile Betriebsphase)
  • Spätausfallphase

 

Beanspruchbarkeit

Angabe der ertragbaren Beanspruchungen eines Objekts, ohne dass in einem vorgegebenen Zeitraum eine diesen Beanspruchungen zugeordnete Änderung des physischen Zustandes schon auftritt.

Beanspruchung

Änderung des physischen Zustandes einer Einheit infolge einer Belastung (Spannung, Ermüdung etc.).

Bedarfsanforderung

Synonym für den Begriff "Soll-Zustand" Anmerkung: Die Bedarfsanforderung umfasst die Festlegung der physischen Eigenschaften einer Einheit für einen festgelegten Zeitraum. Nach Ablauf des Zeitraumes kann eine neue Bedarfsanforderung definiert werden. Erläuterung: Beispielsweise wird für die Zeit von Januar bis Juni von einer Anlage die Produktion von 1000 Teilen pro Stunde und von Juli bis Dezember von 1250 Teilen pro Stunde gefordert. Hieraus resultieren dann auch neue Anforderungen an die Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit sowie die Instandhaltung.

Bediener- Instandhaltung

Definition gemäß DIN EN 13306, 7.12: Instandhaltung, die von einem Bediener ausgeführt wird

Belastung

Äußere Einwirkung auf eine Einheit, so dass sich deren physischer Zustand ändert.

Benchmarking

Das Konzept des Benchmarking ist ein umfassender und an der Praxis orientierter Ansatz zur Bewertung der eigenen Leistungen im Vergleich mit den Wettbewerbern. Es ist daher der offen erklärte Wunsch, sich am Leistungsstand der besten Mitbewerber zu messen und sich mit deren Erfolg auseinander zu setzen. Dabei werden Zielvorgaben entwickelt, die sich am Kernkonzept des Unternehmens und dem damit vergleichbaren "Klassenbesten" (Best of Class) orientieren. Durch den Vergleich von Prozessen können Produktivitätspotentiale erkannt und ausgeschöpft werden. Anmerkung: Bevor ein Benchmarking begonnen wird, müssen die eigenen Prozesse genau bekannt und dokumentiert sein. Andernfalls kann es zum Vergleich "zwischen Äpfeln und Birnen" kommen, wodurch die gewünschten Ziele und Ergebnisse ausbleiben.

Bereitschaftszeit

Definition gemäß DIN EN 13306, 9.5: Zeitintervall, in dem eine Einheit sich im Bereitschaftszustand befindet.

Bereitschaftszustand

Definition gemäß DIN EN 13306, 6.14: Betriebsfreier funktionsfähiger Zustand während der benötigten Zeit

Betrachtungs einheit / Einheit, reparierte

Definition gemäß DIN EN 13306, 3.4: Reparierbare Einheit, die nach einem Ausfall repariert wurde.

Betrachtungseinheit / Einheit, reparierbare

Definition gemäß DIN EN 13306, 3.3: Einheit, die unter gegebenen Bedingungen nach einem Ausfall in einen Zustand zurückgeführt werden kann, in dem sie eine geforderte Funktion erfüllen kann. Anmerkung in DIN EN 13306: Gegebene Bedingungen können wirtschaftlicher, ökologischer, technischer und/oder anderer Natur sein.

Betrachtungseinheit/ Einheit

Definition gemäß DIN 31051, 4.2.1 (aus DIN EN 13306, 3.1): Jedes Teil, Bauelement, Gerät, Teilsystem, jede Funktionseinheit, jedes Betriebsmittel oder System, das für sich allein betrachtet werden kann. Anmerkung in DIN 31051: Eine Anzahl von Betrachtungseinheiten, z. B. ein Kollektiv von Betrachtungseinheiten oder ein Muster, kann selbst als Betrachtungseinheit angesehen werden

Betriebszeit

Definition gemäß DIN EN 13306, 9.3: Zeitintervall, in dem eine Einheit die von ihr geforderte Funktion erfüllt.

Betriebszeit zwischen zwei Ausfällen

Definition gemäß DIN EN 13306, 9.15: Gesamte Betriebszeit zwischen zwei aufeinander folgenden Ausfällen einer Einheit

Betriebszeit zwischen zwei Ausfällen, durchschnittliche

Definition gemäß DIN EN 13306, 11.4: Mathematischer Erwartungswert der Betriebszeit zwischen zwei Ausfällen.

Bruch

Ein Bruch ist die Trennung eines Werkstoffes durch mechanische Beanspruchung.

Bruchlastspielzahl

Die Bruchlastspielzahl gibt die Anzahl Lastwechsel an, bei welcher der Dauerbruch eintritt.

Business Based Maintenance- BBM

dt.: geschäftszielorientierte Instandhaltung) Definition nach Siemens Industrial Services: Die Instandhaltung wird nicht allein rein technisch opti-miert, sondern parallel auf die individuellen Geschäftsziele des Kunden ausgerichtet. Anmerkung 1: Intensität und Umfang aller Instandhaltungsmaßnahmen - von der Planung bis zu Tagesarbeit und Ersatzteilmanagement - werden im Sinne des Unternehmens optimiert. Anmerkung 2: Die zu erreichenden Verbesserungen werden gemeinsam festgelegt und durch erfolgsbezogene Vergütungsbestandteile innerhalb der Partnerschaft forciert (Win-Win-Partnerschaft).

Compliance

..bezeichnet die Selbstverpflichtung eines Unternehmens bzw. seiner Führungskräfte und Mitarbeiter, sich an die von Gesetzgeber, Vorstands- oder Aufsichtsgremien aufgestellten Grundsätze der "Corporate Governance" zu halten.
Dazu werden notwendige Regeln definiert.

Corporate Governance

..umfasst die Gesamtheit aller gesetzlichen Regeln und ethischen Grundsätze für eine ordnungsgemäße und lautere Unternehmensführung. Diese Grundsätze sind zumeist in Unternehmensleitbildern verankert und werden vor allem bei börsennotierten Unternehmen eingefordert.

Corporate Responsibility

..bedeutet in etwa so viel wie unternehmerische Verantwortung. Gemäß den Richtlinien der Europäischen Union wird sie als Bündelung aller Leistungen definiert, mit denen Unternehmen in ihrem Kerngeschäft zu einer nachhaltigen Entwicklung beitragen und sich sozial engagieren.

Corrective- Maintenance

(dt.: korrektive Instandhaltung) Definition gemäß DIN EN 13306, 7.6: Instandhaltung, ausgeführt nach der Fehlererkennung, um eine Einheit in einen Zustand zu bringen, in dem sie eine geforderte Funktion erfüllen kann.

Dauerfestigkeit / Dauerschwingfestigkeit

Die Dauerschwingfestigkeit (kurz: Dauerfestigkeit) gibt an, wie viele Lastwechsel einer bestimmten Amplitude von einem Werkstoff bzw. Bauteil ertragen werden können, bevor Versagen einsetzt.

Diagnose, offline

Hardware-technische Realisierung der Maschinen- und Anlagendiagnose, die durch ein mobiles Diagnosesy-stem gekennzeichnet ist. Anmerkung: Die Mess-Signale werden mittels eines transportablen Messgerätes (Datensammler, Datalogger) aufgenommen und entweder abgelesen oder gespeichert und auf den stationären Diagnoserechner übertragen. Dabei kann die Sensorik fest installiert sein (semi-online) oder ambulanter Teil eines Datensammlers sein.

Diagnose, online

Hardwaretechnische Realisierung der Maschinen- und Anlagendiagnose, die durch ein stationäres Diagnosesystem gekennzeichnet ist. Anmerkung: Basis ist eine fest installierte, ständig mit den Auswerteeinheiten bzw. dem Diagnoserechner verbundene Sensorik. Dabei muss das Diagnosesignal nicht unbedingt kontinuierlich ausgewertet werden, in vielen Fällen erfolgt auch nur eine vom Diagnosemanagement gesteuerte turnusmäßige Auswertung.

Downtime

Mittlere Ausfallzeit des Systems auf Grund von Wartung

Downtime

(dt.: nicht betriebsfähige / funktionsfähige Zeit, Ausfall-zeit, Standzeit) Definition gemäß DIN EN 13306, 9.2: Zeitbereich, während dessen sich eine Einheit im Zustand einer intern bedingten Störung befindet.

Dunkelstrahler

Dunkelstrahler sind Rohre, meist in U-Form, durch die Verbrennungsgase mit einer Temperatur bis zu 800 °C geleitet werden. Ein Brenner, der an einem Rohrende montiert ist, verbrennt Erdgas, ein Sauggebläse am anderen Rohrende erzeugt den nötigen Unterdruck für den Verbrennungsgastransport. Durch einen Reflektor, der über dem gesamten Rohrsystem angebracht ist, wird die nach oben gestrahlte Wärme der Rohre in die zu beheizenden Bereiche gelenkt. Infolge der U-förmigen Ausbildung des Strahlrohres ist die mittlere Oberflächentemperatur mit etwa 250 – 500 °C über der gesamten Länge annähernd gleich. Der Name „Dunkelstrahler“ ist an sich aus technischer Sicht überholt, da er einst für eine nicht glühende Heizfläche im Gegensatz zum Hellstrahler stand. Heute findet man auch bei den Hochleistungsgeräten unter den Dunkelstrahlern glühende Rohre. Der wesentliche Unterschied zwischen Hell- und Dunkelstrahlern ist, dass der Dunkelstrahler eine geschlossene Verbrennung realisiert, was eine kontrollierte Abführung der Abgase ermöglicht.(Quelle: Kübler GmbH)

Enterprise Asset Management - EAM

(dt.: Unternehmens -Anlagenwirtschaft / -Anlagenmanagement) Die systematische Planung und Überwachung von Unternehmensressourcen über ihren gesamten Lebenszyklus zur Verbesserung ihrer Nutzung, wobei eine Maximierung des Return on Investment (ROI) der Anlagen angestrebt wird. Anmerkung: Dies kann die Spezifikation, Entwicklung und Konstruktion einer Einheit, ihre Nutzung, Instand-haltung und Änderung während der Nutzung sowie ihre Ausmusterung und Entsorgung umfassen.

Ermüdung

Unter Ermüdung (Dauerbruchverhalten) wird im Allgemeinen der Sammelbegriff für die im Werkstoff ablaufenden Prozesse bei mechanischer oder thermischer Wechselbeanspruchung, beziehungsweise deren Überlagerung, verstanden, die zur Beeinträchtigung der Funktionstüchtigkeit eines Bauteils im Verlauf der Beanspruchung führen

Ermüdung, thermische

Als thermische Ermüdung wird das Bauteilversagen durch Wechselbelastung aufgrund von Temperaturänderungen an thermisch beanspruchten Bauteilen bezeichnet

Ermüdungsbruch

Ein Ermüdungsbruch umfasst Anrissbildung im zuvor rissfreien Gefüge des Werkstoffes, zeitabhängiges sta-biles Risswachstum und den instabilen Gewaltbruch mit einer Restbruchfläche.

Ersatzteil

Definition gemäß DIN 31051, 4.6.1 (aus DIN EN 13306, 3.6): Einheit zum Ersatz einer entsprechenden Betrachtungseinheit, um die ursprüngliche Funktion der Betrachtungseinheit wiederherzustellen

Facility Management

(dt.: Facility Management) Facility Management ist die ganzheitliche strategische Betrachtung, Analyse und Optimierung aller Abläufe und Dienstleistungen zur Unterstützung des Kerngeschäftes sowie für gebäudespezifische Objekte des Unternehmens

Feedback to Design

(dt.: Rückmeldung an die Entwicklung) Feedback to Design umfasst die Rückmeldung der ge-sammelten Informationen und praktischen Erfahrungen zur Verbesserung einer Einheit bezüglich ihrer Instandhaltungseffizienz an die Entwickler, Händler und Lieferanten einer Einheit. Anmerkung 1: Mit Feedback to Design soll erreicht werden, dass die nächste Generation einer Einheit eine bessere Instandhaltbarkeit als die jetzige/aktuelle Generation aufweist. Anmerkung 2: Feedback to Design ist ein wesentlicher Faktor des Lebenszykluskonzeptes

Fehler

Definition gemäß DIN 31051, 4.4.1 (aus DIN EN 13306, 6.1): Zustand einer Betrachtungseinheit, in dem sie unfähig ist, eine geforderte Funktion zu erfüllen, ausgenommen die Unfähigkeit während der Wartung oder anderer geplanter Maßnahmen oder infolge des Fehlens äußerer Mittel.

Fehler, abnutzungsbedingter

Definition gemäß DIN EN 13306, 5.3: Ausfall, dessen Auftretenswahrscheinlichkeit mit der Nutzungszeit oder mit der Zahl der Arbeitsvorgänge der Einheit oder den ausgeübten Beanspruchungen zunimmt. Anmerkung in DIN EN 13306: Abnutzung ist eine physikalische Erscheinung, die zu einem Abtrag oder zur Verformung des Werkstoffes führt.

Fehler, altersbedingter

Definition gemäß DIN EN 13306, 5.4: Ausfall, dessen Auftretens- wahrscheinlichkeit mit dem Ablauf der Zeit zunimmt. Diese Zeit ist von der Betriebszeit der Einheit abhängig. Anmerkung in DIN EN 13306: Altern ist eine physikalische Erscheinung, die eine Änderung der physikalischen und/oder chemischen Eigenschaften des Werkstoffes zur Folge hat.

Fehleranalyse

Definition gemäß DIN 31051, 4.4.2: Fehlerdiagnose mit anschließender Prüfung, ob eine Verbesserung technisch machbar und wirtschaftlich vetretbar ist. Anmerkung: Wirtschaftlich vertretbar beinhaltet auch ökologische (Umweltschutz) und soziale (Arbeitsschutz und -sicherheit) Aspekte

Fehlerdiagnose

Definition gemäß DIN 31051, 4.4.3 (aus DIN EN 13306, 8.10): Tätigkeiten zur Fehlererkennung, Fehlerortung und Ursachenfeststellung.

Fehlerortung

Definition gemäß DIN 31051, 4.4.4 (aus DIN EN 13306, 8.11): Tätigkeiten zur Erkennung der fehlerhaften Einheit der geeigneten Gliederungsebene. Anmerkung: Die Gliederungsebene bezieht sich dabei auf die Strukturierung / Unterteilung einer Einheit in z. B. Systeme, Komponenten Baugruppen und Bauteile. Dabei ist zu berücksichtigen, dass Fehlerort und -ursache nicht identisch sein müssen.

Festkörperreibung

Bei der (reinen) Festkörperreibung handelt es sich um die Reibung beim unmittelbaren Kontakt fester Körper bzw. der maßgebende Stoffbereich weist Festkörpereigenschaften des Grundwerkstoffes auf. Die Oberflächen sind dabei durch keine Oberflächenschichten (z.B. Reaktionsschichten) belegt. Durch die Reibung werden Oberflächen-erhöhungen eingeebnet (Abrieb oder Verschleiß). Bei ungünstiger Werkstoffpaarung und großer Flächen-pressung verschweißen die Oberflächen miteinander (Fressen / Verschleiß). Festkörperreibung tritt beispielsweise auf, wenn kein Schmierstoff verwendet wird, oder die Schmierung versagt. Sie tritt meist auch kurzzeitig bei der spanenden Metallbearbeitung auf.

Flüssigkeitsreibung

Die Reibung in einem die Reibpartner vollständig voneinander trennenden flüssigen Film (z.B. Schmierstoff), der hydrostatisch oder hydrodynamisch erzeugt werden kann, wird als Flüssigkeitsreibung bezeichnet. Die entstehende geringe Reibung beruht darauf, dass die Schmierstoffmoleküle aufeinander gleiten. Flüssigkeitsreibung ist der gewünschte Zustand in Lagern und Führungen. Der Übergang von der Mischreibung zur Flüssigkeitsreibung wird durch die Stribeck-Kurve dargestellt.

Frühausfall

Erste Phase des charakteristischen Verlaufes der Ausfallrate ("Badewannenkurve"). Die Ausfallrate nimmt rasch ab, die "Kinderkrankheiten verlieren sich". Diese Phase ist gekennzeichnet durch Materialschwächen, Qualitätsschwankungen in der Fertigung, Bedienfehler und unechte, nicht bestätigte Ausfälle. Viele Hersteller unterziehen ihre Produkte einem so genannten "Burnin", einer beschleunigten Alterung, um bereits vor der Auslieferung eine Vielzahl von Frühausfällen zu eliminieren

Funktion

Definition gemäß DIN 31051, 4.5.1: Im Sinne der Instandhaltung, die bei der Herstellung definierten Anforderungen. Anmerkung 1 in DIN 31051: Die Herstellung beginnt mit der Planung und Entwicklung und endet mit der Auslieferung der Betrachtungseinheit. Unter Herstellung wird auch die Änderung (Modifikation) mit dem Ziel der Änderung der Funktion verstanden. Anmerkung 2 in DIN 31051: Herstellung beinhaltet die Erzeugung von Abnutzungsvorräten. Anmerkung 3 in DIN 31051: Eine Verbesserung, z.B. mit dem Ziel der Schwachstellenbeseitigung, führt nicht zu einer Änderung der Funktion. Demgegenüber ist jede Änderung (Modifikation) immer mit einer Änderung der Funktion verbunden.

Funktionserfüllung

Definition gemäß DIN 31051, 4.5.2: Erfüllen der bei der Herstellung einer Betrachtungseinheit definierten Anforderungen

Funktionsfähigkeit

Definition gemäß DIN 31051, 4.5.3: Fähigkeit einer Betrachtungseinheit zur Funktionserfüllung aufgrund ihres Zustandes

Funktionsprüfung

Definition gemäß DIN EN 13306, 8.43: Tätigkeit nach Instandhaltungstätigkeiten zur Bestätigung, dass eine Einheit imstande ist, die geforderte Funktion zu erfüllen. Anmerkung in DIN EN 13306: Die Funktionsprüfung wird in der Regel nach einer anlagenbedingten Störung durchgeführt.

Funktionssicherheit

Definition gemäß DIN EN 13306, 2.7: Sammelbegriff zur Beschreibung der Verfügbarkeit und ihrer Einflussfaktoren: Zuverlässigkeit, Instandhaltbarkeit und Instandhaltungsvermögen. Anmerkung in DIN EN 13306: Funktionssicherheit wird nur für die allgemeine Beschreibung in nicht quantitativen Begriffen verwendet.

Gasreibung

Bei Gasreibung trennt ein gasförmiger Film die Reibpartner lückenlos. Dieser Film kann aerostatisch oder aerodynamisch erzeugt werden

Gewaltnutzung / Ü-berbeanspruchung

Schadensablauf infolge Überlastung, der nach dem Stand der Technik bei vorgeschriebener Nutzung nicht auftritt

Gleitreibung

Die Gleitreibung (Bewegungsreibung) ist stets kleiner als die Haftreibung. Sie ist abhängig von der Größe der Normalkraft, der Haftreibungszahl nicht aber von der Relativgeschwindigkeit und der Größe der aufeinander reibenden Flächen. Sie wird von der Rauhigkeit und dem Material der Wirkflächen sowie vom Vorhandensein einer Zwischen- oder Schmierschicht bestimmt.

GMP - Good Management Practice

(dt.: gute Management-Praxis) Definition in Anlehnung an die EU-Öko-Audit-Verordnung (EMAS - Environmental Management and Audit Scheme): Gute Management-Praxis sind Handlungsgrundsätze eines Unternehmens, auf denen die Unternehmenspolitik beruht. Sie haben den gleichen Stellenwert wie das Ziel der kontinuierlichen Verbesserung. Anmerkung: Die Prozesse und Tätigkeiten eines Unter-nehmens werden regelmäßig daraufhin überprüft, ob sie diesen Grundsätzen und dem Grundsatz der kontinuierlichen Verbesserung entsprechen.

Grenzlastspielzahl

Die Grenzlastspielzahl gibt die Anzahl Lastspiele an, bei der Dauerfestigkeit beginnt.

Grenzschichtschmierung /Grenzschichtreibung / Grenzreibung

Grenzreibung (Grenzschichtreibung) ist Festkörperrei-bung, bei der die Oberflächen der Reibpartner mit einem molekularen, z.B. von einem Schmierstoff stammenden Film bedeckt sind. Der Schmierstoff dringt in den Festkörper ein, es bildet sich eine Reaktionsschicht. Der dünne Film haftet dabei durch Adhäsionskräfte an den Reibpartnern. Die Belastung wird durch die Rauheitsspitzen der Reibpartner getragen.

Grundüberholung

Definition gemäß DIN EN 13306, 8.71: Maßnahme nach Zerlegung einer Einheit und Reparatur oder Austausch der Komponenten, die sich dem Ende der Gebrauchsdauer nähern und/oder systematisch ausgetauscht werden sollten. Anmerkung 1 in DIN EN 13306: Die Grundüberholung unterscheidet sich von der Revision darin, dass sie Änderungen / Verbesserungen beinhalten kann. Anmerkung in DIN EN 13306: Das Ziel der Grundüberholung ist normalerweise, einer Einheit eine Gebrauchsdauer zu verschaffen, die größer als die Gebrauchsdauer der ursprünglichen Einheit sein kann.

Haftreibung

Die Haftreibung (Ruhereibung) ist abhängig von der Normalkraft FN und von der Haftreibungszahl (Reibungskoeffizient), dagegen unabhängig von der Größe der Berührungsfläche. Die Haftreibungszahl wird bestimmt durch die Rauhigkeit und die Stoffarten der reibenden Flächen. Bei Haftreibung tritt keine Relativbewegung zwischen den Reibpartnern auf. Diese Bewegung entsteht erst nach der Überwindung des Losbrechmoments

Haftschichtreibung

Haftschichtreibung wird durch die an der Oberfläche der Reibpartner angelagerte Haftschicht (z.B. Schmutz, Oxidschicht, Chromschicht, etc.) bestimmt.

Infrarotheizung

Heizungssysteme, die Infrarotstrahlung erzeugen und somit als Wärmequelle genutzt werden können. Diese Systeme zeichnen sich durch geringsten Wärmeverlust aus. Weitere Vorteile sind u. a.: Bis zu 54% Energie- und Kosteneinsparungen gegenüber herkömmlichen Systemen, das angenehme Raumklima (ähnlich dem natürlichen Wärmeprinzip der Sonne), niedrige Investitionskosten, kurze Amortisationszeiten, die Gleichmäßige Wärmeverteilung auch in schlecht gedämmten Hallen die kurzen Aufheizzeiten sowie das staub- und zugfreie Beheizungsprinzip. Besonders geeignet für große Räume und Flächen, liegt der Vorteil darin, dass die Objekte direkt erwärmt werden und nicht die Luft, die in hohen Räumen nach oben steigt. Von oben nach unten heizen ist somit nicht notwendig. (Quelle: Kübler GmbH)

Ingangsetzung / Inbetriebnahme

Definition gemäß DIN 31051, 4.5.2.1: Auslösen der Funktionserfüllung. Anmerkung: Inbetriebnahme wird als Synonym für Ingangsetzung verwendet

Inspektion

Definition gemäß DIN 31051, 4.1.3: Maßnahmen zur Feststellung und Beurteilung des Ist-Zustandes einer Betrachtungseinheit einschließlich der Bestimmung der Ursachen der Abnutzung und dem Ableiten der notwendigen Konsequenzen für eine künftige Nutzung. Diese Maßnahmen können nach DIN 31051 beinhalten:

  • Auftrag, Auftragsdokumentation und Analyse des Auftragsinhaltes,
  • Erstellen eines Planes zur Feststellung des Ist-Zustandes, der auf die spezifischen Belange des jeweiligen Betriebes oder der Betrachtungseinheit abgestellt ist und hierfür verbindlich gilt; dieser Plan soll u. a. Angaben über Ort, Termin, Methode, Gerät, Maßnahmen und zu betrachtende Merkmalswerte enthalten,
  • Vorbereitung der Durchführung,
  • Vorwegmaßnahmen wie Arbeitsplatzausrüstung, Schutz- und Sicherheitseinrichtungen usw.,
  • Überprüfung der Vorbereitung und der Vorwegmaßnahmen einschließlich der Freigabe zur Durchführung,
  • Durchführung, vorwiegend die quantitative Ermittlung bestimmter Merkmalswerte,
  • Vorlage des Ergebnisses der Ist-Zustands- Feststellung,
  • Auswertung der Ergebnisse zur Beurteilung des Ist-Zustandes,
  • Fehleranalyse,
  • Planung im Sinne des Aufzeigens und Bewertens alternativer Lösungen unter Berücksichtigung betrieblicher und außerbetrieblicher Forderungen,
  • Entscheidung für eine Lösung (Instandsetzung, Verbesserung oder andere Maßnahmen) und
  • Rückmeldung

Relation: Informationsgewinn durch die Inspektion/Aufwand für die Inspektion Erläuterung: Die Inspektion dient der Beschaffung von Informationen über den Zustand und den Restabnutzungsvorrat einer Einheit, um Zustandsverschlechterungen so zeitgerecht erkennen zu können, dass durch weitere Instand-haltungsmaßnahmen unplanmäßige Stillstände, Fehlproduktionen, zu rasches Verschleißen der Einheit, Unfälle etc. verhindert werden können

 

Instandhaltbarkeit

Definition gemäß DIN EN 13306, 4.4: Fähigkeit einer Einheit, dass sie unter gegebenen Anwendungsbedingungen in einem Zustand erhalten oder in ihn zurückversetzt werden kann, in dem sie eine geforderte Funktion erfüllen kann, wenn die Instandhaltung unter gegebenen Bedingungen mit vorgeschriebenen Verfahren und Hilfsmitteln ausgeführt wird. Anmerkung in DIN EN 13306: Der Begriff Instandhaltbarkeit wird ebenfalls für die Messgröße Instandhaltbarkeit verwendet, die den Grad der Instandhaltbarkeit einer Einheit angibt.

Instandhaltung

Definition gemäß DIN 31051, 4.1.1 (aus DIN EN 13306, 2.1), (s. Abb. 4): Kombination aller technischen und administrativen Maßnahmen sowie Maßnahmen des Managements während des Lebenszyklus einer Betrachtungseinheit zur Erhaltung des funktionsfähigen Zustandes oder der Rückführung in diesen, so dass sie die geforderte Funktion erfüllen kann.

Instandhaltung während des Betriebs

Definition gemäß DIN EN 13306, 7.10: Instandhaltung während jener Zeit, in der die Einheit benutzt wird.

Instandhaltung, aufgeschobene

Definition gemäß DIN EN 13306, 7.8: Korrektive Instandhaltung, die nicht unmittelbar nach einer Fehlererkennung ausgeführt, sondern entsprechend gegebenen Instandhaltungsregeln zurückgestellt wird.

Instandhaltung, ausfallabhängige

Instandsetzung nach Ausfall einer Einheit. Anmerkung 1: Bei der so genannten Feuerwehrstrategie wird auf vorbeugende Maßnahmen verzichtet. Es wird bewusst in Kauf genommen, dass eine Einheit der Produktion zu einem unvorhersehbaren Zeitpunkt nicht mehr zur Verfügung steht und dass der Ausfall eines Instandhaltungsobjektes gegebenenfalls Folgeschäden anderer Objekte verursacht. Erst nach Eintritt des Ausfalls wird die Einheit instand gesetzt, die defekten Teile werden dabei ausgetauscht. Anmerkung 2: Der Begriff findet sich weder in DIN 31051 noch in DIN EN 13306, da beide Normen die Aufgabe der Instandhaltung in der Verhinderung von Fehlern und Ausfällen sehen. In der Praxis kann es aus wirtschaftlichen oder technischen Gründen sinnvoll sein, ausfallabhängig instand zu halten. Daher wurde der Begriff hier beibehalten.

Instandhaltung, autonome

Definition nach Levitt: Selbständige Durchführung von Routine- und ausfallverhindernder Instandhaltung werden durch das Bedienpersonal. Erläuterung: Das Bedienpersonal der Maschinen und Anlagen führt die erforderlichen Instandhaltungsmaß-nahmen selbständig durch. Das Instandhaltungspersonal wird nur bei Problemen hinzugezogen, bei denen spezifische Betriebsmittel, Technologien, Spezialwissen oder längere Stillstandszeiten erforderlich sind.

Instandhaltung, geplante

Definition gemäß DIN EN 13306, 7.2: Präventive Instandhaltung, durchgeführt nach einem festgelegten Zeitplan oder einer festgelegten Zahl von Nutzungseinheiten. Anmerkung in DIN EN 13306: Nutzungseinheiten sind z.B. Produktionszahlen, Startzahlen, gefahrene Kilometer usw.

Instandhaltung, präventive

Definition gemäß DIN EN 13306, 7.1: Instandhaltung, ausgeführt in festgelegten Abständen oder nach vorgeschriebenen Kriterien zur Verminderung der Ausfallwahrscheinlichkeit oder der Wahrscheinlichkeit einer eingeschränkten Funktionserfüllung einer Einheit.

Instandhaltung, proaktive

Alle Maßnahmen, die genutzt werden, um Ausfälle einer Einheit zu verhindern oder vorauszusagen

Instandhaltung, sofortige

Definition gemäß DIN EN 13306, 7.3: Präventive Instandhaltung, durchgeführt in festgelegten Zeitabständen oder nach einer festgelegten Zahl von Nutzungseinheiten, jedoch ohne vorherige Zustandsermittlung.

Instandhaltung, vorausbestimmte

Definition gemäß DIN EN 13306, 7.9: Instandhaltung, die ohne Aufschub nach der Fehlererkennung ausgeführt wird, um unannehmbare Folgen zu vermeiden.

Instandhaltung, zeitabhängige

Anmerkung 1: Synonym für den Begriff "Scheduled Maintenance" aus DIN EN 13306. Anmerkung 2: Die zeitabhängige Instandhaltung setzt die Kenntnis des Ausfallverhaltens, der Nutzungsintensität und Nutzungsdauer der Maschinen und Anlagen voraus. Die Instandsetzung erfolgt dabei unabhängig vom Zustand eines Instandhaltungsobjektes zu einem festgelegten Zeitpunkt oder einer festgelegten Zahl von Nutzungseinheiten (Produktionszahlen, Kilometer etc.).

Instandhaltung, zustandsabhängige

Definition gemäß DIN EN 13306, 7.4: Ausfallverhindernde Instandhaltung, die aus der Überwachung der Arbeitsweise und der sie darstellenden Messgrößen sowie den nachfolgenden Maßnahmen besteht. Anmerkung in DIN EN 13306: Die Funktions- und MessgrößenÜberwachung kann nach Plan, auf Anforderung oder kontinuierlich erfolgen. Erläuterung: Die zustandsabhängige Instandhaltung richtet sich nach dem Ist-Zustand eines Instandhaltungsobjektes, der mittels regelmäßiger Inspektionen festgestellt und beurteilt wird. Aus den Ergebnissen der Inspektion werden die notwendigen Maßnahmen abgeleitet, um die Abnutzungsgeschwin-digkeit zu reduzieren

Instandhaltungs- Effektivität/ Wirksamkeit

Definition gemäß DIN EN 13306, 11.2: Verhältnis vom tatsächlich erreichten Ergebnis der Instandhaltung zu dem erwarteten. Erläuterung: Der Begriff wird häufig vereinfacht erläutert als "Die richtigen Dinge tun". Dabei bleibt jedoch unklar, ob die richtigen Dinge getan werden müssen, um einen möglichst hohen Nutzen zu erzielen oder eine möglichst hohe Qualität oder um möglichst wenig Kosten zu erzeugen oder um alles zusammen zu erreichen. Die Aussage, wie gut das Ergebnis aus Kundensicht erreicht wird (Zielbezug), ist das entscheidende Kriterium für die Beurteilung der Wirksamkeit der Instandhaltung.

Instandhaltungs- Effizienz / Wirkungsgrad

Definition gemäß DIN EN 13306, 11.3: Verhältnis von den geplanten oder erwarteten Mitteln, die zur Erfüllung der geforderten Instandhaltungsaufgabe benötigt werden, zu den tatsächlich benutzten Mitteln, um dasselbe Ergebnis zu erzielen. Erläuterung: Der Begriff wird häufig vereinfacht erläutert als "Die Dinge richtig tun" (Prozesssicht). Dabei bleibt jedoch offen, ob die Dinge richtig getan werden müssen, um eine möglichst gute Qualität zu erreichen oder um möglichst geringe Kosten zu erzeugen oder um beides zu erreichen. Die Aussage, wie gut die Mittel zur Ergebniserreichung eingesetzt wurden (Aufwand-Nutzen-Verhältnis), ist das entscheidende Kriterium für die Beurteilung der Effizienz der Instandhaltung.

Instandhaltungs- Fremdanteil

Instandhaltungs- Fremdleistungsanteil = Fremdleistungen / Instandhaltungs -Gesamtkosten

Instandhaltungs- Kostenrate

Instandhaltungs- Kostenrate = Instandhaltungs- Gesamtkosten / indizierter Anschaffungswert

Instandhaltungs- Materialkostenanteil

Instandhaltungs- Materialkostenanteil = Instandhaltungs- Materialkosten / Instandhaltungs- Gesamtkosten

Instandhaltungs- Materialkostenrate

Instandhaltungs- Materialkostenrate = Instandhaltungs- Materialkosten / indizierter Anschaffungswert

Instandhaltungs- Personalkostenanteil

Instandhaltungs- Personalkostenanteil = Instandhaltungs- Personalkosten / Instandhaltungs- Gesamtkosten

Instandhaltungs- Personalkostenrate

Instandhaltungs- Personalkostenrate = Instandhaltungs- Personalkosten / indizierter Anschaffungswert

Instandhaltungs-planungs- und -steuerungs- system - IPS

Software-System zur Unterstützung der Aufgaben der Instandhaltungsplanung und -steuerung.

Instandhaltungs-zeit,aktive Instand haltungs-Hauptzeit

Definition gemäß DIN EN 13306, 9.10: Teil der Instandhaltungszeit, während der aktive Instandhaltung an einer Einheit entweder von Hand oder automatisch ausgeführt wird, ausgenommen logistische Verzögerungen. Anmerkung in DIN EN 13306: Eine aktive Instandhal-tungsmaßnahme kann auch ausgeführt werden, während die Einheit eine geforderte Funktion erfüllt.

Instandhaltungsarme Konstruktion

Definition nach Matyas: Eine instandhaltungsarme Konstruktion umfasst alle Maßnahmen zur Verlängerung der Nutzungsdauer, sie ist abnutzungsvermindernd und beanspruchungsge-recht. Anmerkung 1: Wesentliche Einflussparameter sind die Wahl der Materialart und die Auslegung der Materialbeanspruchung bei der Funktionserfüllung und durch die Umwelt. Anmerkung 2: Es reicht jedoch nicht aus, die Konstruktion entsprechend zu gestalten. Der technologische Prozess ist ebenfalls so zu gestalten, dass eine zusätzliche Abnutzung durch den Stoffstrom vermieden wird. Erläuterung: Beispielsweise ist ein Magnetschloss im Vergleich zu einem Schnappschloss instandhaltungsarm konstruiert.

Instandhaltungsarmut

Geringe Instandhaltungshäufigkeit durch lange Intervalle und kurze Dauer präventiver Instandhaltungsmaßnahmen

Instandhaltungsaufzeichnungen/ -dokumentation

Definition gemäß DIN EN 13306, 10.5: Aufzeichnungen in geschriebener oder elektronischer Form, die für die Instandhaltung benötigt werde. Anmerkung in DIN EN 13306: Diese Informationen können aus technischen, administrativen und anderen Aufzeichnungen bestehen

Instandhaltungsbericht

Definition gemäß DIN EN 13306, 10.7: Teil der Instandhaltungs- aufzeichnungen, welcher alle auf eine Einheit bezogenen Ausfälle, Fehler und Instandhaltungsinformationen enthält. Dieser Bericht kann auch Instandhaltungskosten, Angaben über die Verfügbarkeit oder den funktionsfähigen Zustand der Einheit und alle anderen sachdienlichen Angaben enthalten

Instandhaltungseignung

Eignung einer Anlage, einer Maschine, einer Baugruppe oder eines Bauteils, mit minimalem Aufwand instand gehalten zu werden.

Instandhaltungsgerechte Konstruktion

Gesamtheit der konstruktiven und logistischen Maßnahmen, die auf wirtschaftliche Weise eine den Ansprüchen genügende Zuverlässigkeit bei minimalem Instandhaltungsaufwand sicherstellen. Erläuterung: Gestaltungsaspekte sind beispielsweise:

  • Absperrbarkeit
  • Arbeits- und Umweltschutz
  • Austauschbarkeit (Aus- und Einbaubarkeit)
  • Entleerbarkeit
  • Entsorgbarkeit
  • Freischaltbarkeit
  • Fehlerfeststellbarkeit
  • Identifizierbarkeit /Kennzeichnung
  • Inspizierbarkeit
  • Instandsetzbarkeit
  • Justierbarkeit
  • Lösbarkeit
  • Nachfüllbarkeit
  • Prüfbarkeit
  • Reinigungsmöglichkeit
  • Schmierbarkeit
  • Standardisierung
  • Transport- und Lagerfähigkeit
  • Wartbarkeit
  • Zerlegbarkeit
  • Zugänglichkeit

Instandhaltungsgerechtigkeit

Hohe Effektivität der Instandhaltungsarbeiten bei gutem Sicherheitsniveau.

Instandhaltungsgrundmaßnahme

Grundmaßnahmen der Instandhaltung sind (vgl. DIN 31051):

  • Wartung,
  • Inspektion,
  • Instandsetzung und
  • Verbesserung

Instandhaltungsgruppe

Als Instandhaltungsgruppe wird ein Bündel von Instandhaltungstätigkeiten bezeichnet, die im zusammen vorbereitet und durchgeführt werden

Instandhaltungskonzept

In einem Instandhaltungskonzept wird festgelegt, wie die Instandhaltung organisiert wird, u. a. wird festgelegt, wie viele Instandhaltungsstufen benötigt werden und in welcher Stufe die einzelnen Instandhaltungstätigkeiten durchgeführt werden. Anmerkung 1: Als Instandhaltungsstufen (maintenance level) werden mögliche Standorte für bestimmte Tätigkeiten verstanden. Eine Instandhaltungsstufe kann auch organisatorisch definiert sein, z. B. Betriebsgruppe, Bahnbetriebswerk, Hersteller des Geräts. Anmerkung 2: Die bekanntesten Instandhaltungskon-zepte sind Business Based Maintenance (BBM), Knowledge Based Maintenance (KBM), Reliability Based Maintenance (RBM), Reliability Centred Maintenance (RCM), Risk Based Maintenance (RKBM) und Total Productive Maintenance (TPM) sowie Risk Based Inspection (RBI).

Instandhaltungsmanagement

Definition gemäß DIN EN 13306, 2.2: Alle Tätigkeiten der Führung, welche die Ziele, die Strategie und die Verantwortlichkeiten der Instandhaltung bestimmen und sie durch Mittel wie Instandhaltungsplanung, -steuerung und -überwachung, Verbesserung der Organisationsmethoden einschließlich wirtschaftlicher Gesichtspunkte verwirklichen. Anmerkung in DIN EN 13306: Der Begriff Management umfasst sämtliche Führungs- und Leitungsaufgaben in allen Betriebsebenen.

Instandhaltungsmethode

Eine Instandhaltungsmethode ist eine Steuerungsstrategie der Instandhaltung. Sie umfasst:

  • eine Struktur von Instandhaltungs- intervallen / Instandhaltungs- terminen und
  • Anweisungen für Instandhaltungs- maßnahmen an diesen Terminen.

Instandhaltungsmethode, komplexe

Unter einer komplexen Instandhaltungsmethode wird eine Steuerung der Instandhaltung eines Bauteils, einer Baugruppe, einer Maschine oder Anlage verstanden, bei der verschiedene einfache Instandhaltungsmethoden in die Gestaltung einer komplexen Instandhaltungsaufgabe einbezogen sind.

Instandhaltungsmethode,einfache

Als einfache Instandhaltungs- methode wird eine Steue-rung der Instandhaltung eines Bauteils, einer Baugruppe, einer Maschine oder Anlage nach einem einheitlichen Kriterium bezeichnet.

Instandhaltungsobjekt

Definition gemäß DIN EN 13306, 3.2: Eine instandshaltungswürdige Einheit. Ergänzende Erläuterung: Das Instandhaltungsobjekt ist eine Abstraktionseinheit innerhalb der Anlagenhierarchie. Dem Objekt werden Tätigkeiten der Instandhaltung (Wartung, Inspektion, Instandsetzung, Verbesserung) zugeordnet. Für jedes Instandhaltungsobjekt wird eine Historie (Geschichte relevanter Ereignisse und Instandhaltungstätigkeiten) geführt. Einem Instandhaltungsobjekt kann eine Liste von Ersatzteilen zugewiesen werden.

Instandhaltungsplan

Definition gemäß DIN EN 13306, 2.5: Definition der Methoden, Verfahren und Hilfsmittel, die für die Instandhaltung der Einheit während einer festgesetzten Zeit des Lebenszyklus der Einheit benötigt werden. Erläuterung: Verbindlicher Plan, der die Art, die Reihenfolge und den Abstand der planmäßigen Instandhaltung und ggf. weiterer planmäßiger Instandhaltungsmaßnahmen bezogen auf eine Betrachtungseinheit festlegt

Instandhaltungsstrategie

Definition gemäß DIN EN 13306, 2.4: Instandhaltungsmethode, die benutzt wird, um die Instandhaltungsziele zu erreichen. Erläuterung: Eine Instandhaltungsstrategie gibt an, zu welchem Zeitpunkt welche Instandhaltungsmaßnahmen in welcher Intensität an welchen Instandhaltungsobjekten (Maschinen, Anlagen etc.) durchzuführen sind. Die Wahl einer Instandhaltungsstrategie hängt von dem einzelnen Unternehmen ab, sie beeinflusst maßgeblich die Zuverlässigkeit der Maschinen und Anlagen und damit auch den wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens. Welche Instandhaltungsstrategie gewählt wird, hängt vor allem von den Eigenschaften der Instandhaltungsobjekte, den gesetzlichen Anforderungen, der Quantität und Qualifikation des Personals sowie den verfügbaren technischen und finanziellen Mitteln ab. In einem Unternehmen werden in der Regel für unterschiedliche Instandhaltungs-objekte unterschiedliche Instandhaltungsstrategien verfolgt. Da eine Maschine bzw. Anlage aus unterschiedlichen Instandhaltungsobjekten besteht, heißt dies, dass für ihre einzelnen Objekte unterschiedliche Strategien möglich sind.

Instandhaltungsstückliste

Definition nach SAP: Eine Instandhaltungsstückliste (IH-Stückliste) ist ein vollständiges, formal aufgebautes Verzeichnis aller Komponenten, die zu einem technischen Objekt gehören. Sie enthält die Objektnummern der einzelnen Komponenten sowie ihre Menge und die Mengeneinheit. Es kann sich bei den Komponenten um lagerhaltige oder nichtlagerhaltige Ersatzteile oder Baugruppen handeln, die jeweils wieder mit Hilfe von IH-Stücklisten beschrieben sein können. IH-Stücklisten haben hauptsächlich die beiden folgenden Verwendungen:

  • Strukturbeschreibung Eine IH-Stückliste beschreibt die Struktur eines technischen Objekts. Mit ihrer Hilfe kann der Durchführungsort von Instandhaltungs- maßnahmen an einem technischen Objekt genau bestimmt werden.
  • Ersatzteilzuordnung Eine IH-Stückliste wird in der Instandhaltung für die Zuordnung von Ersatzteilen für ein technisches Objekt oder Material benutzt.

Instandhaltungsunterstützung

Definition gemäß DIN EN 13306, 10.1: Zur Durchführung der Instandhaltung notwendige Ressourcen, Dienstleistungen und Führungstätigkeiten. Anmerkung in DIN EN 13306: Unterstützung kann z. B. Personal, Prüfeinrichtungen, Werkstätten, Ersatzteile, Aufzeichnungen, Werkzeuge usw. beinhalten.

Instandhaltungsvermögen

Definition gemäß DIN EN 13306, 2.8: Fähigkeit einer Instandhaltungsorganisation die richtige Instandhaltungsunterstützung am Ort an dem sie gebraucht wird, um die erforderliche Instandhaltungstätigkeit zu einem gegebenen Zeitpunkt oder während eines gegebenen Zeitintervalls auszuführen, zur Verfügung zu stellen

Instandhaltungsvorschrift

Die Instandhaltungsvorschrift einer Maschine oder Anlage stellt die Reihenfolge und den Inhalt von Instandhaltungsgruppen zusammen, nach denen die Betreuung geplant, durchgeführt und abgerechnet wird.

Instandhaltungsziele

Definition gemäß DIN EN 13306, 2.3: Die der Führung oder der Instandhaltungsabteilung zugewiesenen oder von ihr angenommene Ziele. Diese Ziele können Verfügbarkeit, Kostenminderung, Produktqualität, Umweltschutz und Sicherheit einschließen.

Instandsetzung

Definition gemäß DIN 31051, 4.1.4: Maßnahmen zur Rückführung einer Betrachtungseinheit in den funktionsfähigen Zustand, mit Ausnahme von Verbesserungen. Diese Maßnahmen können nach DIN 31051 beinhalten:

  • Auftrag, Auftragsdokumentation und Analyse des Auftraginhaltes,
  • Vorbereitung der Durchführung, beinhaltend Kalkulation, Terminplanung, Abstimmung, Bereitstellung von Personal, Mitteln und Material, Erstellung von Arbeitsplänen,
  • Vorwegmaßnahmen wie Arbeitsplatzausrüstung, Schutz- und Sicherheits- einrichtungen usw.,
  • Überprüfung der Vorbereitung und der Vorwegmaßnahmen einschließlich der Freigabe zur Durchführung,
  • Durchführung,
  • Funktionsprüfung und Abnahme,
  • Fertigmeldung,
  • Auswertung einschließlich Dokumentation, Kostenaufschreibung, Aufzeigen der Möglichkeit von Verbesserungen und
  • Rückmeldung.

Relation: Wert der erstellten Abnutzungsvorräte / Aufwand für die Instandsetzung

Ishikawa-Diagramm

Ein von dem Japaner Ishikawa entwickeltes Diagramm, auch Fischgräten- oder Ursache-Wirkungs-Diagramm genannt.

Es dient der Ermittlung und Auflistung bzw. Darstellung von Ursachen bei Problemuntersuchungen. Einem Problem (Wirkung) werden Haupteinflussgrößen (Hauptursachen) zugeordnet. Diese lassen sich danach in Einzeleinflussgrößen (Einzelursachen) unterteilen.
Die Erstellung eines solchen Ursache-Wirkungs-Diagramms ist am effektivsten, wenn sie im Team mit Fachleuten und Vor-Ort-Experten erfolgt, weil so viele mögliche Ursachen einfließen, die für das Problem verantwortlich sein könnten.

ISO

Abkürzung für "International Organization for Standardization".

Diese Institution koordiniert die Normung international.

Ist-Zustand

Definition gemäß DIN EN 13306, 6.6: Die physischen Kenngrößen einer Einheit zu einem bestimmten Zeitpunkt.

Ist-Zustands- Abweichung

Im Sinne der Instandhaltung Nichtübereinstimmung von Ist-Zuständen vorwiegend einer Betrachtungseinheit zu verschiedenen Zeitpunkten oder auch mehrerer Betrachtungseinheiten zu gleichen Zeitpunkten. Anmerkung: Dies ist die Definition aus DIN 31051:1985-01. Sie wird hier weiter verwendet, da der Begriff in der Praxis üblich ist.

Just-in-time- Instandhaltung

Definition nach Kaluza: Geplante Instandhaltungs- maßnahmen zu ungeplanten Zeitpunkten. Anmerkung 1: Dadurch kann erreicht werden, dass Instandhaltungs- maßnahmen zu kostengünstigen Zeit-punkten veranlasst und durchgeführt werden. Die ko-stengünstigen Zeitpunkte können geplant sein oder durch unplanmäßige Stillstände entstehen. Damit ergeben sich Rationalisierungspotentiale. Anmerkung 2: Die Vorbereitung der Instandhaltungstätigkeiten hat bei einer Just-in-time-Instandhaltung noch größere Bedeutung als bei anderen Konzepten. Nur durch eine gute Arbeitsvorbereitung können die kostengünstigen Zeit-punkte, die durch einen unplanmäßigen Stillstand entstehen, auch optimal genutzt werden

Key Performance Indicators - KPI

(dt.: (Schlüssel-) Leistungs-Kennzahlen, strategische Kennzahlen) Strategische Kennzahlen zur Überwachung der Ge-schäfts- sowie Geschäftsbereichsentwicklung eines Unternehmens.

Knowledge Based Maintenance - KBM

dt.: wissensbasierte Instandhaltung) Gestaltung der Instandhaltungsaktivitäten unter Berücksichtigung von Anlagen- und Zustandswissen. Anmerkung: Hierbei geht es nicht um die Vorgabe von Postulaten oder Anweisungen, wie die Instandhaltung zu planen und durchzuführen ist, sondern um eine opti-mierte Gestaltung der Entscheidungsfindung.

Konformitätsprüfung

Definition gemäß DIN EN 13306, 8.1: Prüfung auf Übereinstimmung durch Messung, Beobachtung, Prüfung oder Eichung der maßgeblichen Kenngrößen einer Einheit. Anmerkung in DIN EN 13306: Grundsätzlich kann die Konformitätsprüfung vor, während oder nach anderen Instandhaltungsmaßnahmen durchgeführt werden.

Lebensdauerschmierung

Unter Lebensdauerschmierung wird das einmalige Ausstatten einer Reibstelle mit Schmierstoff verstanden, der bis zum Ende der Benutzung nicht ausgetauscht oder erneuert wird. Sie wird häufig bei Wälzlagern angewendet. Diese werden bei der Herstellung mit einer Schmierfettfüllung versehen, die durch Dichtringe im Lager gehalten werden.

Life Cycle

(dt.: Lebenszyklus, Lebenskreislauf) Definition gemäß DIN EN 13306, 9.18: Zeitbereich, beginnend mit der Einführung der Produktidee und endend mit der Entsorgung einer Einheit. Erläuterung: Keine Maschine/Anlage hält ewig, und zwischen erster Produktidee und Entsorgung passiert eine Menge. Die Eigendynamik des Wettbewerbes fordert, dass die Instandhaltungsstrategien und -maßnahmen im Verlauf der Lebenszeit einer Maschine/Anlage den Gegebenheiten angepasst werden.

Life Cycle Cost -LCC

(dt.: Lebenszykluskosten, Lebenskreislaufkosten) Definition gemäß DIN EN 13306, 11.1: Alle Kosten, die während des Lebenszyklus einer Einheit auftreten. Erläuterung: Die Analyse von Lebenszykluskosten ermöglicht es, ein Produkt entlang seinem gesamten Le-bensweg (von der Idee über die Entwicklung bis zur Entsorgung) ökonomisch zu optimieren. Dadurch können Kostentreiber bzw. Kostensenkungspotentiale identifiziert werden. Beispielsweise kann es aufgrund einer instand-haltungsarmen und instandhaltungsgerechten Konstruktion zu beträchtlichen Einsparungen kommen

Logistikgerechtigkeit /Versorgbarkeit

Gute Einordnung der Instandhaltungsarbeiten, Personen und Hilfsmittel in die betriebliche Logistik

Losbrechmoment

Ein Losbrechmoment ist die Kraft, die aufgewendet werden muss, um die wirksamen Reibkräfte oder/und Kräfte, die aus der Verkantung zweier Bauteile zueinander entstehen, zu überwinden. Dabei geht Haft- in Gleitreibung über.

MCBF - Mean Cycles Between Failures

(dt.: mittlere Zyklenzahl zwischen zwei Ausfällen) Mittlere (Schalt-) Zyklenzahl zwischen zwei Ausfällen

MCDT - Mean Corre- ctive Downtime

(dt.: mittlere Ausfallzeit auf Grund von Instandsetzung) Mittlere Ausfallzeit des Systems auf Grund von Instandsetzung

MDBT - Mean Distance Between Failures

(dt.: mittlere Strecke zwischen zwei Ausfällen) Mittlere Strecke zwischen zwei Ausfällen

MDT ? Mean Down Time

(dt.: mittlere Ausfallzeit) Die mittlere Ausfallzeit setzt sich zusammen aus der mittleren Fehlererkennungszeit, der mittleren Instandset-zungszeit (MTTR) und der mittleren logistischen Verzö-gerungszeit, die sich wiederum aus den Wartezeiten auf Ersatzteile, Transportzeiten, Wartezeiten aufgrund von Kapazitätsengpässen in der Instandhaltung und admi-nistrativen Verlustzeiten zusammensetzt. Anmerkung: Unter der Fehlererkennungszeit wird die Zeit für die Suche nach der Fehlerursache verstanden

MFDT -Mean Failure Detection Time

(dt.: mittlere Fehlerentdeckungszeit) Mittlere Zeitdauer für die Entdeckung eines Fehlers

Mischreibung

Bei der Mischreibung liegen Festkörper- und Flüssig-keits- bzw. Gasreibung nebeneinander vor, d.h. die Reibpartner sind partiell durch einen flüssigen bzw. gas-förmigen Film getrennt. Die Mischreibung kann bei unzureichender Schmierung oder zu Beginn der Bewegung zweier Reibpartner mit Schmierung auftreten. Dabei be-rühren sich die Gleitflächen punktuell. Reibungskraft und Verschleiß sind geringer als bei der Festkörperreibung. Dieser Zustand sollte im Dauerbetrieb vermieden wer-den, wird aber in der Technik gelegentlich geduldet.

MMH - Mean Main- tenance Hours

(dt.: mittlere Instandhaltungsdauer in Stunden) Für eine Instandhaltungstätigkeit benötigte Mannstunden

Monitoring

(dt.: Überwachung) Definition gemäß DIN EN 13306, 8.2: Manuell oder automatisch ausgeführte Tätigkeit zur Beo-bachtung des Ist-Zustandes einer Einheit. Anmerkung in DIN EN 13306: Überwachung unterschei-det sich von der Inspektion dadurch, dass sie zur Be-stimmung irgendwelcher Veränderungen der Kennwerte einer Einheit über die Zeit dient. Die Überwachung kann kontinuierlich oder in Zeitabständen oder Betriebszahlen erfolgen

MPDT - Mean Preventive

(dt.: mittlere Ausfallzeit auf Grund von Wartung)

MRO - Mainte- nance,Repair and Operations

(dt.: C-Teile-Management) Bezeichnung für Güter aus den Bereichen Wartung, Instandsetzung und operatives Geschäft. Diese Produkte gehen, im Gegensatz zu Produktionsgütern, nicht direkt in die zu fertigenden Produkte ein. Sie sind daher für die Fertigungsindustrie von untergeordneter strategischer Bedeutung.

MTBF ?Mean Time Between Failure
MTBF ?Mean Time Between Failure

(dt.: durchschnittlicher Ausfallabstand) Definition gemäß DIN EN 13306, 11.5: Erwartungswert der Zeit zwischen Fehlern.

MTTF ?Mean Time To Failure

(dt.: durchschnittlicher Zeitdauer bis zum Ausfall) Mittlere Zeitdauer bis zum Ausfall (nicht instandsetzbare Komponenten)

MTTR ? Mean Time To Repair

(dt.: mittlere Instandsetzungszeit) Die mittlere Zeitdauer zwischen dem Auftreten eines Fehlers an einer Einheit und der Wiederherstellung der Verfügbarkeit. Anmerkung: Von Fall zu Fall kann dabei der MTTR-Startzeitpunkt näher spezifiziert sein, z. B. Eingang der automatischen Fehler- oder Störungsmeldung oder Ein-gang telefonischer Fehler- oder Störungsmeldung durch die Benutzer/Kunden.

Nebenprozessmanagement

Definition nach Siemens Industrie Service: Management der Prozesse, die nicht zu den Kernaktivitäten eines Unternehmen gehören.

Nutzung

Definition gemäß DIN 31051, 4.3.2: Im Sinne der Instandhaltung bestimmungsgemäße und den allgemein anerkannten Regeln der Technik entspre-chende Verwendung einer Betrachtungseinheit, wobei unter Abbau des Abnutzungsvorrats Sach- und/oder Dienstleistungen entstehen.

Nutzungsdauer

Zeitraum von der Inbetriebnahme einer Einheit bis zum Abbruch der Nutzung. Anmerkung: Es wird zwischen rechtlicher, steuerlicher, technischer und wirtschaftlicher Nutzungsdauer unterschieden.

Nutzungsdauer, rechtliche

Zeitraum von der Inbetriebnahme einer Einheit bis zum Abbruch der Nutzung, weil Verträge (Lizenzen, Miete) auslaufen oder rechtliche Vorschriften der weiteren Nut-zung entgegenstehen (Auslauf einer Genehmigung, In-Kraft-Treten neuer Vorschriften).

Nutzungsdauer, steuerliche

Zeitraum, über den eine Einheit nach ihrer Anschaffung steuerlich abgeschrieben wird.

Nutzungsdauer, technische

Möglicher Zeitraum von der Inbetriebnahme einer Einheit bis zum notwendigen Abbruch der Nutzung, weil die Ein-heit aufgrund von Abnutzung ihre vorgegebene Funktion nicht mehr erfüllen kann.

Nutzungsdauer, wirtschaftliche

Zeitraum von der Inbetriebnahme einer Einheit bis zum Abbruch der Nutzung, weil die Kosten die Erträge über-steigen (z. B. aufgrund hoher Ausgaben für Instandhal-tung) oder der Ersatz der Einheit durch eine neue Einheit kostengünstiger als der Weiterbetrieb ist.

Nutzungsgrad

Definition gemäß DIN 31051, 4.3.2.3: Im Sinne der Instandhaltung das Verhältnis von Nut-zungsmenge zu Nutzungsvorrat, das durch die Art der Nutzung bedingt ist.

Nutzungsintensität

Intensität der Belastung einer Einheit. Anmerkung: Der Instandhaltungsbedarf ist bei der Nor-malintensität, für die eine Einheit konstruiert wurde am geringsten. Abweichungen von dieser Normalintensität ziehen vielfach höhere Abnutzungen nach sich.

Nutzungsmenge

Definition gemäß DIN 31051, 4.3.2.2: Im Sinne der Instandhaltung Menge der bei der Nutzung einer Betrachtungseinheit erzielten Sach- und/oder Dienstleistungen.

Nutzungsvorrat

Definition gemäß DIN 31051, 4.3.2.1: Im Sinne der Instandhaltung Vorrat der bei der Nutzung unter festgelegten Bedingungen erzielbaren Sach- und/oder Dienstleistungen.

Nutzungszeit

Zeit, in der eine Einheit in einer Betrachtungsperiode entsprechend ihrer Funktion genutzt werden kann. Anmerkung: Hohe Nutzungszeiten implizieren eine Dauerbeanspruchung, die durch eine hohe Abnutzungsintensität gekennzeichnet ist.

Nutzungszeit , effektive

Zeit, während der eine Einheit entsprechend ihrer Funk-tion tatsächlich genutzt wird (z. B. Betriebsstunden).

Oberflächenzerrüttung

Unter Verschleiß durch Oberflächenzerrüttung werden mikrostrukturelle Veränderungen in den Oberflächenbereichen von Werkstoffen verstanden, die von der Rissbildung über das Risswachstum bis zur Abtrennung von Partikeln aus der inneren Grenzschicht reichen. Oberflächenzerrüttung entsteht infolge wechselnder, stoßartiger Beanspruchungen in den Oberflächenbereichen von Grund- und Gegenkörper. Dabei handelt es sich in der Regel um Druck- Schubbeanspruchungen, die durch wechselnde Oberflächentemperaturen überlagert sind. Die Rissbildung kann unter der Oberfläche beginnen, weil dort ein Spannungsmaximum vorliegt, das sich mit zunehmender Reibung zur Oberfläche hin verschiebt. Oberflächenzerrüttung kann auch in dynamisch belaste-ten Gleitlagern oder elastohydrodynamisch geschmierten Zahnradpaarungen auftreten. Die Ursache hierfür liegt darin, dass Druckspannungen wechselnder Größe auch durch einen Schmierfilm übertragen werden. Ein durch diesen Mechanismus ausgelöstes, häufig auf-tretendes Schadensbild ist die so genannte Grübchenbil-dung (pitting). Sie tritt auf an Oberflächen, die wiederholt hohen Flächenpressungen ausgesetzt sind, z.B. in allen Wälzpaarungen (u.a. Wälzlager, Zahnräder).

Ölanalyse

Die Ölanalyse dient zur Beurteilung von Schmierstoffen. Veränderungen des Schmieröls während der Nutzung sollen so frühzeitig entdeckt und Abnutzung aufgrund verschlechterter Schmierleistung vermieden werden

Outsourcing

(dt.: Ausgliederung, Auslagerung) Vergabe von Leistungen und Funktionen an externe Lie-feranten. Anmerkung: Durch Outsourcing entstehen Kunden- und Lieferantenbeziehungen mit Übertragung von Verantwor-tung. Das eigene Personal übernimmt koordinierende Aufgaben, wird jedoch insgesamt entlastet. Mit Outsour-cing sollen eine Kostenreduzierung durch Effizienzsteigerung, eine Variabilisierung der Fixkosten und die Nutzung moderner Technologien erzielt werden. Die Zusammen-arbeit ist partnerschaftlich als Win-Win-Beziehung zu gestalten, da andernfalls die angestrebten Ziele auf Dauer nicht erreichbar sind

Overall Equipment Effectiveness ?OEE

(dt.: Gesamtanlagen- effektivität) Die Gesamtanlageneffektivität kennzeichnet die Verluste, die während des Betriebs einer Einheit auftreten. Anmerkung 1: Die Gesamtanlageneffektivität lässt sich in die Dimensionen Anlagenverfügbarkeit, Leistungsgrad und Qualitätsrate aufspalten. Erläuterung: Üblicherweise werden bei der Bestimmung der OEE-Kennzahl planungsbasierte Verluste nicht berücksichtigt. Dies erfolgt jedoch bei der OPE-Kennzahl. Typische Verlustquellen sind:

  • Planungsbasierte Verluste
    • Geplante Stillstände (z. B. Pausen, Schichtwechsel, Rüsten, Einstellen, Werkzeugwechsel, planmäßige Instandhaltung)
    • Produktionsplan- Anpassungen
  • Außerplanmäßige Produktions- unterbrechung
    • Technische Funktions- störungen
    • Prozessfehler
  • Verringerte Prozessgeschwindigkeit
    • Störungsbedingte Geschwindigkeits- verluste
    • Geschwindigkeits- verluste bei Produktionsanlauf, -auslauf und Produktwechsel
  • Qualitätseinbußen
    • Ausschuss
    • Nacharbeit

Overall Process Effectiveness - OPE

(dt.: Gesamtprozesseffektivität) Die Gesamtprozesseffektivität kennzeichnet die Verluste (einschließlich planungsbasierter Verluste), die während des Betriebs einer Anlage auftreten. Anmerkung: Diese Kennzahl stellt eine sinnvolle Erweiterung von OEE dar, da sie bewusst auch planungsbasier-te Verluste einschließt.

Planmäßige Instandhaltung

Definition gemäß DIN EN 13306, 7.2: Ausfallverhindernde Instandhaltung, durchgeführt nach einem festgelegten Zeitplan oder einer festgelegten Zahl von Nutzungseinheiten. Anmerkung in DIN EN 13306: Nutzungseinheiten sind z. B. Produktionszahlen, Startzahlen, gefahrene Kilometer usw.

Plasmareibung

Neben flüssig, fest und gasförmig gibt es einen vierten Zustand von Materie, der bei extrem hohen Temperatu-ren eintritt und auch für industrielle Anwendungen von zunehmendem Interesse ist: das Plasma. In einem Plasma ist ein Teil der Gasatome ionisiert, d.h. das Gas-atom ist in seine Bestandteile, die Elektronen und Atom-kerne, zerfallen. Es entsteht innere Reibung zwischen den unterschiedlichen Plasmakomponenten, die sich als elektrischer Widerstand des Plasmas äußert. Diese Art der Reibung wird als Plasmareibung bezeichnet. Dieser "vierte Aggregatzustand" wird beispielsweise beim Ät-zen von Computerchips genutzt.

Präventionsfreiheit

Grad der Freiheit von präventiven Instandhaltungs- maßnahmen wie Wartung, Inspektion, Laufzeitbegrenzung / vorbeugender Teileaustausch, Überholung hinsichtlich Häufigkeit (Intervalle und Arbeitsaufwand).

Predictive Maintenance

(dt.: voraussagende Instandhaltung) Definition gemäß DIN EN 13306, 7.5: Zustandsabhängige Instandhaltung, die nach einer Vorschau, abgeleitet von der Analyse und Bestimmung von Parametern durchgeführt wird, welche die Verschlechte-rung der Einheit kennzeichnen.

Preventive Maintenance

(dt.: ausfallverhindernde Instandhaltung) Definition gemäß DIN EN 13306, 7.1: Instandhaltung, ausgeführt in festgelegten Abständen oder nach vorgeschriebenen Kriterien zur Verminderung der Ausfallwahrscheinlichkeit oder der Funktionseinschränkung einer Einheit. Anmerkung in DIN EN 13306: Im Deutschen beinhaltet die ausfallverhindernde Instandhaltung die Wartung, Inspektion, Monitoring und bei Bedarf die korrektive In-standhaltung.

Primärausfall

Definition gemäß DIN EN 13306, 5.13: Ausfall einer Einheit, der weder direkt noch indirekt durch einen Ausfall oder einen Fehler einer anderen Einheit verursacht ist.

RAMS -Reliability, Availability, Maintainability, Safety

(dt.: Zuverlässigkeit, Verfügbarkeit, Instandhaltbarkeit, Sicherheit)

RBD - Reliability Block Diagram

(dt.: Zuverlässigkeits- Blockschaltbild)

Redundanz

Definition gemäß DIN EN 13306, 4.8: Vorhandensein von mehr als einem Mittel in einer Einheit zu einem gegebenen Zeitpunkt zur Ausführung einer ge-forderten Funktion.

Redundanz passive/kalte

Definition gemäß DIN EN 13306, 4.10: Redundanz, bei der ein Teil der Mittel zur Erfüllung der geforderten Funktion für den Betrieb vorgesehen ist, während die übrigen Mittel so lange nicht in Betrieb sind, bis sie benötigt werden.

Redundanz, aktive/heiße

Definition gemäß DIN EN 13306, 4.9: Redundanz, bei der es vorgesehen ist, dass alle Mittel zur Funktionserfüllung gleichzeitig arbeiten.

Reibkorrosion

Die Reibkorrosion, auch Passungsrost genannt, entsteht durch tribochemische Reaktionen. Sie tritt auf, wo Ober-flächen unter Last kleine Oszillationen gegeneinander ausführen, z.B. in nicht ganz festen Presssitzen.

Reibung

(griech.: tribos) Reibung ist in der Technik der Verlust an mechanischer Energie beim Ablaufen, Beginnen oder Beenden einer Relativbewegung in den Kontaktbereichen zweier Körper bzw. sich berührender Stoffbereiche eines Körpers. Im Maschinenbau ist die Reibungslehre Bestandteil der Tribologie. Allgemein gilt für Reibungsvorgänge:

  • " Reibung erzeugt Wärme. Dies erklärt sich aus der Energieerhaltung, nach der mechanische Energie nicht verloren geht, sondern durch Reibung nur in ei-ne andere Form (Wärme) umgewandelt wird.
  • " Reibungskräfte wirken der Bewegungsrichtung stets entgegen.

Reibung, äußere

Äußere Reibung ist ein Bewegungswiderstand, der einer Relativbewegung zwischen Körpern entgegenwirkt oder diese verhindert. Die Verhinderung der Einleitung der Relativbewegung wird als Ruhereibung oder statische Reibung bezeichnet. Diese kann aus den molekularen Anziehungskräften (Adhäsion) der Kontaktflächen oder ihre mechanische Verklammerung resultieren. Der Auf-rechterhaltung der Relativbewegung wird durch die Be-wegungsreibung bzw. dynamische Reibung entgegen-gewirkt. Die äußere Reibung wird vom Wissenschafts-zweig der Tribologie untersucht.

Reibung, innere

Innere Reibung ist der Widerstand eines Körpers gegen eine Relativbewegung seiner inneren Volumenbestand-teile. Innere Reibung entsteht durch Energieverzehr bei Bewegung der Atome bzw. Moleküle eines Stoffes gegeneinander (oder z.B. bei Strömungen innerhalb eines Schmierstoffes). Es können äußere Kräfte (z.B. Schwer-kraft) auf jedes Flüssigkeitsteilchen wirken; Druckdifferenzen können Beschleunigungen hervorrufen. Reibungskräfte bewirken die Zähigkeit (Viskosität) in Flüs-sigkeiten. Für jedes Flüssigkeitsteilchen müssen sich die äußeren Kräfte, die Druckkräfte, die Reibungskräfte und die Trägheitskräfte das Gleichgewicht halten. Der zu-gehörige Wissenschaftszweig heißt Rheologie. Die Rheologie untersucht Fließerscheinungen von Stoffen unter Einwirkung äußerer Kräfte.

Reibungskoeffizient

Der Reibungskoeffizient (Formelzeichen µ, dimensions-los) ist ein Maß dafür, wie groß die Reibkräfte sind, die zwischen zwei Festkörpern wirken. Die Angabe eines Reibungskoeffizienten setzt voraus, dass die Art der Rei-bung als Coulombsche Reibung betrachtet wird, d. h. es gibt einen Wert für die Haftreibung (wenn keine Relativ-bewegung zwischen den Reibflächen besteht) und einen Wert für die Gleitreibung, wenn sich die Flächen relativ zueinander bewegen. Der Gleitreibungsbeiwert ist dabei unabhängig von der Gleitgeschwindigkeit und damit kon-stant. In der Praxis ist eine entsprechende Temperatur-, Geschwindigkeits- und Druckabhängigkeit zu erkennen welche auf einen Einfluss der Oberflächenänderung und Beschaffenheit (aber nicht auf den Reibwert selbst) hin-deutet und damit die Materialeigenschaft beeinflusst.

Reibungszustand

Die Reibungszustände beschreiben den Reibvorgang je nach Kontaktzustand der Reibpartner mittels stofflicher und energetischer Zustandsgrößen anhand ihrer Aggre-gatzustände. Folgende Reibungszustände werden üblicherweise un-terschieden:

  • Festkörperreibung
  • Grenz(schicht)reibung
  • Mischreibung
  • Flüssigkeits- bzw. Gasreibung

Reliability Based Maintenance - RBM

(dt.: zuverlässigkeitsbasierte Instandhaltung) Eine Synthese aus Teilgebieten der Instandhaltungskonzepte TPM und RCM stellt die Reliability Based Mainte-nance (RBM) dar. Anlageneffektivität bildet den Schwer-punkt dieses Konzeptes. Anmerkung 1: Dabei ist der Austausch anlagenspezifischer Informationen zwischen der Instandhaltung und der Produktion kennzeichnend. Schwachstellen, konstruktive Mängel oder Bedienungsfehler können so früh-zeitig entdeckt und durch die Wahl geeigneter Maßnahmen eliminiert werden. Anmerkung 2: Des Weiteren wird ein Benchmarking durchgeführt, so dass über das Unternehmen hinaus Er-kenntnisse und Verbesserungen der Maschinen- und Anlageninstandhaltung sowie zur Beseitigung konstrukti-ver Mängel in Erfahrung gebracht werden und zur Steigerung der Anlageneffektivität beitragen.

Reliability Centred Maintenance - RCM

(dt.: zuverlässigkeitsorientierte Instandhaltung) RCM ist ein systematischer, logischer Prozess zur Ermittlung der optimalen Instandhaltungsstrategie und basiert auf der Identifikation von Eigenschaften, Ursachen und Folgen möglicher Systemstörungen. Anmerkung 1: Im Rahmen des RCM-Prozesses wird der optimale Mix aus den vier Bausteinen

  • ausfallabhängige Instandhaltung,
  • zeit- und zustandsabhängige Instandhaltung,
  • vorausschauende Instandhaltung,
  • proaktive Instandhaltung

ermittelt, damit jede Maschine und Anlage "das tut, was sie tun soll". Anmerkung 2: Der Leitsatz dieser Strategie lautet daher: "Die richtigen Dinge zur richtigen Zeit mit dem gerings-ten Kostenaufwand tun!" Anmerkung 3: Der Prozess der zuverlässigkeitsorientier-ten Instandhaltung erfolgt in drei Phasen: der Vorberei-tungs-, der Analyse- und der Implementierungsphase. Dabei sind die Unternehmensziele und -anforderungen die bestimmenden Eingangsgrößen.

Reparatur

Definition gemäß DIN EN 13306, 9.11: Physische Maßnahmen, die ausgeführt werden, um die geforderte Funktion einer fehlerhaften Einheit wiederherzustellen.

Reparaturzeit

Definition gemäß DIN EN 13306, 8.8: Teil der korrektiven Instandhaltungszeit, während der die Reparatur an einer Einheit ausgeführt wird.

Revision

Definition gemäß DIN EN 13306, 8.6: Eine umfassende Gruppe von Prüfungen und Maßnah-men zur Ertüchtigung des Standes von Verfügbarkeit und Sicherheit. Anmerkung 1 in DIN EN 13306: Revisionen werden oft in vorgegebenen Zeitbereichen vorgenommen. Anmerkung 2 in DIN EN 13306: Eine Revision erfordert eine vollständige oder teilweise Zerlegung einer Einheit.

Risk Based

(dt.: risikobasierte Inspektion)

Risk Based Inspection - RBI

(dt.: risikobasierte Inspektion)

Definition in Anlehnung an Det Norske Veritas (Entwick-ler des Konzeptes): Risk Based Inspection ist ein Verfahren zur Ermittlung und Priorisierung der Risiken eines Anlagenausfalls und zur Entwicklung wirkungsvoller Inspektionsmethoden und -häufigkeiten zur Minimierung des Risikos sowie zur Bewertung der definierten Inspektionsprogramme. Anmerkung 1: Mit RBI ist es möglich, den Aufwand für die Inspektion zu reduzieren, da das Hauptaugenmerk auf die Anlagen mit den höchsten Risiken gelegt wird. Dadurch werden Kosten und Aufwände eingespart, ein definiertes Sicherheitsniveau jedoch eingehalten. Anmerkung 2: Das Risiko wird nach festgelegten Krite-rien beurteilt, z. B. .anhand der Auswirkungen für Mensch, Umwelt und Unternehmen. Diese Bereiche werden zusätzlich in unterschiedliche Risikoklassen eingeteilt, z. B. kein Risiko, sehr geringes Risiko, geringes Risiko, mittleres Risiko, hohes Risiko und sehr hohes Risiko. Zur Einteilung in diese Risikoklassen werden häufig monetäre Maßstäbe angelegt, d. h. eine Klasse wird nach Kosten und Folgekosten bewertet.
 

Risk Based Maintenance - RKBM

(dt.: risikobasierte Instandhaltung) Definition abgeleitet aus der Definition für RBI: Risk Based Maintenance ist die Erweiterung des RBI-Konzeptes auf sämtliche Prozesse in der Instandhaltung. Anmerkung 1: RKBM ist damit ein ganzheitliches Konzept zur Verbesserung der Instandhaltungsplanung und -praxis. Anmerkung 2: RKBM wird auch als die nächste Generation von RCM bezeichnet. Anmerkung 3: Der Hauptvorteil von RKBM gegenüber anderen Instandhaltungskonzepten ist, dass risikobasier-te Entscheidungen während des Instandhaltungsprozes-ses getroffen werden.

Routineinstandhaltung

Definition gemäß DIN EN 13306, 8.5: Regelmäßige oder wiederholte einfache Instandhaltungstätigkeiten, die üblicherweise keine besonderen Kennt-nisse, Befugnisse oder Werkzeuge erfordern. Anmerkung in DIN EN 13306: Routineinstandhaltung kann z.B. Reinigung, Anziehen von Verbindungen, Prü-fung von Flüssigkeitsständen, Schmieren usw. beinhalten.

Schaden

Definition nach VDI 3822: Ein Schaden entsteht durch Veränderungen an einem Bauteil, durch die seine vorgesehene Funktion wesentlich beeinträchtigt oder unmöglich gemacht wird. Dabei wird zwischen zeitabhängigem und zeitunabhängigem Schaden unterschieden.

Schaden, zeitabhängiger

Ein zeitabhängiger Schaden (z.B. Verschleiß) liegt dann vor, wenn die Schadenursache annähernd gleichmäßig während der Bereitschafts- und Nutzungszeit wirkt.

Schaden, zeitunabhängiger

Ein zeitunabhängiger Schaden (z.B. Überlastung) wird hingegen durch plötzliche, also zeitlich unbeständige Ur-sachen ausgelöst, die nur während einer nicht vorhersehbaren Zeit (z.B. gesamte Lebensdauer) wirken.

Schadensablauf

Definition nach VDI 3822: Zeitliche Entwicklung eines Schadens.

Schadensanalyse

Definition nach VDI 3822: Systematische Untersuchungen und Prüfungen zur Ermittlung von Schadensursache und -ablauf

Schadensanlass

Definition nach VDI 3822: Auslösendes Ereignis für einen Schadenseintritt. Ein Schadensanlass kann mit einer Schadensquelle identisch sein (z.B. bei einem Folgeschaden), kann aber auch eine langzeitig wirkende Schadensursache kurzzei-tig wesentlich intensivieren und zum Schadensereignis führen.

Schadensart / Schädigungsart

Definition nach VDI 3822: Beschreibung des (klassifizierten) Schädigungsmechanismus (z.B. Lochfraßkorrosion).

Schadensbericht

Definition nach VDI 3822: Beschreibende Dokumentation der Ergebnisse einer Schadensanalyse.

Schadensbild

Definition nach VDI 3822: Beschreibung der äußeren Erscheinungsform des aufge-tretenen Schadens, d.h. die visuell oder messtechnisch erkennbare Erscheinungsform bzw. Darstellung des eingetretenen physikalisch-technischen Zustands

Schadensquelle

Definition nach VDI 3822: Tatbestand, der eine Schadensursache bewirkt, wobei zwischen dem Auftreten einer Schadensquelle und der folgenden Schadensursache größere Zeiträume liegen können. Beispiel: Eine fehlerhafte Montage eines Lagers (Schadensquelle) führt zu einer erhöhten Verschleißbeanspruchung eines Zahnrads (Schadensursache) mit Verschleißschaden als Folge.

Schadensresistenz

Wiederstandsfähigkeit gegen Schäden = hohe Zuverlässigkeit

Schadensstelle / Schadensort

Definition nach VDI 3822: Ort des Schadens an einem Bauteil.

Schadensteil

Definition nach VDI 3822: Geschädigtes Bauteil.

Schadensursache

Definition nach VDI 3822: Beschreibung der physikalisch-chemischen Einflussfaktoren, welche die Schädigung durch eine spezifische Beanspruchung oder Minderung der Beanspruchbarkeit hervorrufen bzw. hervorgerufen haben. Bedienungsfehler u.ä. sind keine Schadensursachen, sondern gegebenenfalls nur deren Voraussetzungen.

Schadensverhütung

Schadensursachen konstruktiv vorbeugend begegnen, um Schäden gar nicht erst entstehen zu lassen.

Schmierstoff

Schmierstoffe werden zur Schmierung eingesetzt und dienen zur Verringerung von Reibung und Verschleiß sowie zur Kraftübertragung, Kühlung, Schwingungsdämpfung, Dichtwirkung und dem Korrosionsschutz.

Schmierung

Schmierung ist die Verringerung von Reibung durch den Einsatz eines geeigneten Schmierstoffes und Schmierverfahrens. Schmierung kann ähnlich wie Reibung eingeteilt werden:

  • Grenzschichtschmierung - ähnlich der Festkörperreibung
  • Teilschmierung - ähnlich der Mischreibung
  • Vollschmierung - ähnlich Flüssigkeitsreibung

Schmierung, elastohydrodynamische

Diese Form der Schmierung tritt im Kontakt hochbelaste-ter bewegter Walzen auf, z.B. bei Zahnrädern und Wälzlagern. Die Theorie der Elastohydrodynamik (EHD-Theorie) berücksichtigt neben den hydrodynamischen Grundgleichungen auch die elastische Verformung der in Kontakt stehenden Körper. Charakteristisch für die EHD-Schmierung ist eine Verengung des Schmierspalts am Ende der Kontaktzone. Die EHD-Theorie liefert die Basis zur Berechnung des Schmierungseinflusses auf Zahnradschäden wie Grübchen, Fressen oder Graufleckigkeit.

Schmierung, hydrodynamische

Der Schmierstoff wird durch die Relativbewegung der Kontaktflächen zueinander in den sich verengenden Schmierspalt gefördert. Der Druck im Schmierstoff ist so hoch, dass die Kontaktflächen voneinander abgehoben werden.

Schmierung,hydrostatische

(bei Luft: aerostatische Schmierung) Die Trennung der Kontaktflächen erfolgt durch Einpumpen des Schmierstoffes in den Schmierspalt. Diese Form der Schmierung ist technisch sehr aufwändig und konstruktiv sehr an-spruchsvoll.

Schmierverfahren

Schmierverfahren werden angewendet um den Schmierstoff in der richtig dosierten Menge zur richtigen Zeit an die Reibstelle zu fördern und ihn gegebenenfalls wieder abzuleiten.

Schwachstelle

Definition gemäß DIN 31051, 4.2.2: Betrachtungseinheit, bei der ein Ausfall häufiger als es der geforderten Verfügbarkeit entspricht, eintritt und bei der eine Verbesserung möglich und wirtschaftlich vertretbar ist. Anmerkung: Wirtschaftlich vertretbar beinhaltet auch ökologische (Umweltschutz) und soziale (Arbeitsschutz und -sicherheit) Aspekte.

Schwachstellenbeseitigung

Definition gemäß DIN 31051, 4.2.3: Maßnahmen zur Verbesserung einer Betrachtungseinheit in der Weise, dass das Erreichen einer festgelegten Abnutzungsgrenze mit einer Wahrscheinlichkeit zu erwarten ist, die im Rahmen der geforderten Verfügbarkeit liegt. Relation: Nutzen der Schwachstellenbeseitigung / Aufwand für die Schwachstellenbeseitigung

Schwingfestigkeit

(Schwing-)Festigkeit ist der Werkstoffwiderstand gegen Ermüdungsbelastung, also der Widerstand, den ein Werkstoff dem Einwirken einer äußeren Kraft entgegensetzt, ohne dass der Werkstoff versagt. Sie kann sich mit der Temperatur und/oder Zeit ändern.

Sekundärausfall

Definition gemäß DIN EN 13306, 5.14: Ausfall einer Einheit, der direkt oder indirekt durch einen Ausfall oder Fehler einer anderen Einheit verursacht ist.

Soll-Zustand

Definition abgeleitet aus DIN EN 13306: Die für eine Einheit festgelegten und einzuhaltenden physischen Kenngrößen. Anmerkung: Diese Definition ist aus der Definition für den Ist-Zustand in DIN EN 13306 abgeleitet. Sie stellt das Pendant zum Ist-Zustand dar.

Soll-Zustands- Abweichung

Im Sinne der Instandhaltung Nichtübereinstimmung zwischen dem Ist-Zustand und dem Soll-Zustand einer Betrachtungseinheit bei einem gegebenen Zeitpunkt. Anmerkung: Dies ist die Definition aus DIN 31051:1985-01. Sie wird hier weiter verwendet, da der Begriff in der Praxis üblich ist.

Sollbruchteil

Definition gemäß DIN 31051, 4.6.4: Betrachtungseinheit, die bei betriebsbedingter Überbeanspruchung andere Betrachtungseinheiten durch Eigenverzehr (z. B. Bruch) vor Schaden schützt und die vom Konzept her für den Austausch vorgesehen ist.

Spontanausfall

Definition gemäß DIN EN 13306, 5.9: Ausfall, der nicht durch vorherige Prüfung oder Überwachung vorhersehbar war.

Stand der Technik
Stand der Technik

Definition in Anlehnung an § 7a Abs. 4 WHG (Wasser-Haushalts-Gesetz); vgl. auch § 3 Abs. 6 BimSchG (Bundesimmissions- Schutz-Gesetz): Entwicklungsstand technisch und wirtschaftlich durchführbarer fortschrittlicher Verfahren, Einrichtungen oder Betriebsweisen, basierend auf den diesbezüglich gesicherten Erkenntnissen von Wissenschaft, Technik und Forschung.

Stand von Wissenschaft und Technik

Definition in Anlehnung an § 7 Abs. 2 Nr. 3 AtG (Atom-Gesetz): Der Stand von Wissenschaft und Technik fordert auch solche Technologien zu beachten, die noch keinen Eingang in die Praxis gefunden haben.

Stillsetzung / Betriebsunterbrechung / Shutdown

Definition gemäß DIN 31051, 4.5.2.2 (aus DIN EN 13306, 6.17): Für Instandhaltung und andere Zwecke zeitlich vorausgeplante Unterbrechung der Funktionserfüllung. Anmerkung nach DIN 31051: Betriebsunterbrechung wird als Synonym für Stillsetzung verwendet.

Störung

Definition nach DIN EN 13306, 6.10: Zustand einer Einheit, gekennzeichnet durch seine Unfähigkeit, aus beliebigem Grund eine geforderte Funktion zu erfüllen.

Störung, anlagenbedingte

Definition nach DIN EN 13306, 6.9: Zustand einer Einheit, gekennzeichnet entweder durch einen Fehler oder durch eine mögliche Unfähigkeit, eine geforderte Funktion während der präventiven Instandhaltung auszuführen. Anmerkung 1 in DIN EN 13306: Dieser Zustand bezieht sich auf die Verfügbarkeit. Anmerkung 2 in DIN EN 13306: Eine anlagenbedingte Störung wird manchmal auch als eine innere Störung bezeichnet.

Störung, externe

Definition nach DIN EN 13306, 6.11: Teilbereich der Störung einer in funktionsfähigem Zustand befindlichen Einheit, ein Zustand, der wegen Mangels an erforderlichen äußeren Mitteln oder wegen geplanter Maßnahmen mit Ausnahme von Maßnahmen der Instandhaltung in Erscheinung tritt

Stribeck-Kurve

Die unterschiedlichen Reibungszustände lassen sich für Gleitsysteme anhand der so genannten Stribeck-Kurve näher erläutern. Sie beschreibt den Zusammenhang zwi-schen Reibungszahl und Drehzahl bzw. Geschwindigkeit für ein hydrodynamisches Gleitlager mit Öl- oder Fett-schmierung für konstante Lagertemperaturen.

Technische Diagnostik

Technische Diagnostik bezeichnet die weitgehend demontagelose Erfassung und Bewertung des Abnutzungszustandes von Bauteilen, Baugruppen und Maschinen.

Teilschmierung

Bei der Teilschmierung wird die Belastung zum einen Teil durch den Schmierfilm und zum anderen Teil durch die sich berührenden Rauheitsspitzen aufgenommen.

Telediagnose / Ferndiagnose

Variante der Online- oder Offline-Diagnose, bei der die Signalübertragung vom Sensor bzw. vom Datensammler zum Diagnoserechner über eine größere Entfernung (vom Standort des Diagnoseobjektes zum Sitz des Diagnose-Ingenieurs, also z. B. auch eines Dienstleisters) erfolgt (z. B. über Medienkabel oder drahtlos).

Teleservice

(dt.: Fernwartung) Fernüberwachung von Anlagen sowie Ferndiagnose und -wartung. Durch ein Videokonferenzsystem erfolgt die kombinierte Übertragung von Bild, Ton und Daten über öffentliche (ISDN) und private Netze (LAN, WAN), so dass im Problemfall eine schnelle Fehleranalyse möglich ist. Erläuterung: Integrated Services Digital Network (ISDN), Local Area Network (LAN), Wide Area Network (WAN)

Total Productive Maintenance - TPM

(dt.: totalproduktive Instandhaltung) Ziel dieser Unternehmensphilosophie ist die systematische und kontinuierliche Verbesserung der Wirksamkeit der Produktionsanlagen, die Maximierung von Produktivität, Qualität, Wirtschaftlichkeit und der Arbeitssicherheit unter aktiver Beteiligung aller Mitarbeiter. Anmerkung 1: Dabei wird die Maschine bzw. Anlage nicht isoliert betrachtet, sondern insbesondere auch das Zusammenspiel zwischen Mensch, Maschine und Arbeitsumfeld. Anmerkung 2: TPM wird auch als "Produktivitätsorientierte Instandhaltung" oder "Produktive, autonome Instandhaltung" bezeichnet. Anmerkung 3: Zu den konzeptbildenden Elementen zählen

  • die Maximierung der Effektivität von Maschinen und Anlagen (Total Effectiveness),
  • die Betrachtung der Maschinen und Anlagen über den gesamten Lebenszyklus von der Entwicklung bis zur Entsorgung (Total Maintenance System),
  • die Integration aller Unternehmensprozesse,
  • die Beteiligung aller Mitarbeiter von der Geschäftsführung bis zu den Mitarbeitern in der Fertigung (Total Participation of all Employees),
  • das motivierende Management der autonomen und teilautonomen Teamarbeit.

Anmerkung 4: Dabei gilt es, die normalen Betriebsbedin-gungen einzuhalten, normwidrige Bedingungen möglichst frühzeitig aufzudecken und die Verlustquellen konsequent zu beseitigen

Tribochemische Reaktion

Verschleißschäden durch tribochemische Reaktionen (auch Reaktions-schichtverschleiß genannt) treten zahlenmäßig am häufigsten auf. Sie entstehen durch chemische Reaktionen von Grund- und/oder Gegenkörper mit Bestandteilen des Schmierstoffes oder Umgebungsmediums infolge einer reibbedingten, chemischen Aktivierung der beanspruchten Oberflächenbereiche. Reibungsbedingte Temperaturerhöhungen und entstandene Werkstoff-Gitterfehler fördern tribochemische Reaktionen. Tribochemische Reaktionen führen nicht zum plötzlichen Ausfall der beanspruchten Maschinenelemente, sie bewirken eine allmähliche Abnahme des Wirkungsgrades eines Reibungssystems durch Veränderung der Festigkeitseigenschaften der Oberflächenbereiche. Tribochemische Reaktionen sind sogar teilweise erwünscht, da sie die Adhäsion einschränken. Die Reibkorrosion ist ein Beispiel für ein durch tribochemische Reaktionen verursachtes Schadensbild.

Tribologie

Definition gemäß DIN 50323, Teil 1: Tribologie ist die Wissenschaft und Technik von aufeinander einwirkenden Oberflächen in Relativbewegung. Sie umfasst das Gesamtgebiet von Reibung und Verschleiß, einschließlich Schmierung, und schließt entsprechende Grenzflächenwechselwirkungen sowohl zwischen Festkörpern als auch zwischen Festkörpern und Flüssigkeiten oder Gasen ein. Anmerkung: Die Umsetzung tribologischen Wissens führt zur Minderung von Verschleiß und zur Optimierung von Reibungsbedingungen. Erläuterung: Die Hauptursache für Schädigungen an Maschinen und Anlagen ist die Abnutzung. Abnutzung entsteht bei bewegten Bauteilen vor allem durch Verschleiß aufgrund hoher Reibung und infolge fehlender oder unsachgemäßer Schmierung. In der Praxis beschäftigt sich die Tribologie mit der Optimierung mechanischer Bewegungssysteme in Hinblick auf

  • Verbesserung der Leistung, Steigerung des Wirkungsgrades,
  • Senkung der Produktionskosten,
  • Reduzierung des Energieverbrauchs durch verringerte Reibung,
  • Ressourcenschonung durch Verschleißreduzierung, Verminderung der Emissionen,
  • Erhöhung der Zuverlässigkeit, Erhöhung der Betriebssicherheit,
  • Erhöhung der Nutzungsdauer und
  • Senkung der Wartungs- und Instandsetzung- skosten.

Überlebenswahrscheinlichkeit

Die Überlebenswahrscheinlichkeit ist die Wahrscheinlichkeit, mit der eine Betrachtungseinheit innerhalb eines Betrachtungszeitraums nicht ausfällt.

Umlaufschmierung

Umlaufschmierung bezeichnet einen Schmierstoffkreislauf. Er besteht aus dem Reservoir (z.B. Ölwanne) der Zuführung zur Reibstelle und der Rückführung. Es kann auch noch eine Schmierstoffaufbereitung (z.B. Ölfilter) zwischengeschaltet sein. Umlaufschmierungen benötigen durch die Wiederverwendung weniger Schmierstoff. Durch das geschlossene System gelangt kein (bzw. nur sehr wenig) Schmierstoff in die Umwelt. Umlaufschmierung wird meistens mit Schmieröl realisiert.

Unplanmäßige / Außerplanmäßige Instandhaltung

Definition abgeleitet aus DIN EN 13306: Instandhaltung, durchgeführt nach der Entdeckung eines Fehlers oder dem Auftreten eines Ausfalls einer Einheit. Anmerkung 1: Die erforderlichen Instandhaltungs- maßnahmen werden soweit möglich geplant und vorbereitet, um die Ausfallzeit möglichst gering zu halten. Anmerkung 2: Dieser Begriff wird zusätzlich aufgenom-men, da es in den Normen keine gleichwertige Entsprechung gibt, diese Maßnahmen jedoch in der Regel nicht immer vermeidbar sind, dann aber geplant durchgeführt werden sollten.

Uptime

(dt.: betriebsfähige/ funktionsfähige Zeit, Betriebszeit) Definition gemäß DIN EN 13306, 9.1: Zeitbereich, während dessen sich eine Einheit in betriebsfähigem Zustand befindet.

Verbesserung

Definition gemäß DIN 31051, 4.1.5 (aus DIN EN 13306, 8.12): Kombination aller technischen und administrativen Maßnahmen sowie Maßnahmen des Managements zur Stei-gerung der Funktionssicherheit einer Betrachtungseinheit, ohne die von ihr geforderte Funktion zu ändern. Diese Maßnahmen können nach DIN 31051 enthalten:

  • Auftrag, Auftragsdokumentation und Analyse des Auftraginhaltes,
  • Vorbereitung der Durchführung, beinhaltend Kalkulation, Terminplanung, Abstimmung, Bereitstellung von Personal, Mitteln und Material, Erstellung von Ar-beitsplänen,
  • Vorwegmaßnahmen wie Arbeitsplatz- ausrüstung, Schutz- und Sicherheits- einrichtungen usw.,
  • Überprüfung der Vorbereitung und der Vorwegmaß-nahmen einschließlich der Freigabe zur Durchfüh-rung,
  • Durchführung,
  • Funktionsprüfung und Abnahme,
  • Fertigmeldung
  • Auswertung einschließlich Dokumentation, Kosten- aufschreibung,
  • Rückmeldung.

Relation: Nutzen der Verbesserung/Aufwand für die Verbesserung

Verbrauchsmaterial

Definition gemäß DIN EN 13306, 3.5: Einheit des Materials, die oder das nicht nur einer Einheit zugeordnet und für eine einmalige Verwendung vorgesehen ist.

Verbrauchsschmierung

Verbrauchschmierung bezeichnet das ausschließliche Zuführen von Schmierstoff zur Schmierstelle. Die Zuführung kann manuell, halbautomatisch oder automatisch erfolgen. Nach dem Gebrauch wird der Schmierstoff sofern er noch vorhanden ist ausgetauscht oder er wird mit frischem aufgefüllt. Beispiel: Einstreichen von Gleitflächen mit Schmierfett, Ölen von Gelenken mit der Ölkanne

Verfügbarkeit

Definition gemäß DIN EN 13306, 4.2: Fähigkeit einer Einheit, zu einem gegebenen Zeitpunkt oder während eines gegebenen Zeitintervalls in einem Zustand zu sein, dass sie eine geforderte Funktion unter gegebenen Bedingungen unter der Annahme erfüllen kann, dass die erforderlichen äußeren Hilfsmittel bereitgestellt sind. Anmerkung 1 in DIN EN 13306: Diese Fähigkeit hängt von den kombinierten Gesichtspunkten der Zuverlässigkeit, der Instandhaltbarkeit und dem Instandhaltungs- vermögen ab. Anmerkung 2 in DIN EN 13306: Die erforderlichen äußeren Hilfsmittel, die nicht Instandhaltungshilfsmittel sind, beeinflussen nicht die Verfügbarkeit.

Verschleimechanismus

Als Verschleißmechanismen werden die ablaufenden physikalischen und chemischen Wechselwirkungen im Kontaktbereich eines tribologischen Systems bezeichnet. Sie lösen Elementarprozesse aus und führen zu Stoff- und Formänderungen der Kontaktpartner und zu einem Materialverlust in Form von Verschleißpartikeln. In der Praxis treten die Verschleißmechanismen selten in reiner Form auf. Es wirken meist mehrere Verschleißme chanismen gleichzeitig mit unterschiedlichen Anteilen, die sich während der Beanspruchungsdauer verändern können. Ihr Beitrag zum Verschleiß ist daher von der Struktur und vom Beanspruchungsprofil des jeweiligen tribologischen Systems abhängig. Elementare Verschleißmechanismen sind:

  • Oberflächenzerrüttung
  • Abrasion
  • Adhäsion
  • Tribochemische Reaktion

Verschleiß

Definition nach DIN 50320: Verschleiß ist "der fortschreitende Materialverlust aus der Oberfläche eines festen Körpers, hervorgerufen durch mechanische Ursachen, d.h. Kontakt und Relativbewegung eines festen, flüssigen oder gasförmigen Gegenkörpers. Verschleiß wird durch Reibung hervorgerufen.

Verschleißteil

Definition gemäß DIN 31051, 4.6.3: Betrachtungseinheit, die an Stellen, an denen betriebsbedingt Abnutzung auftritt, aus wirtschaftlichen Gründen eingesetzt wird, um dadurch andere Betrachtungseinheiten vor Abnutzung zu schützen, und die vom Konzept her für den Austausch vorgesehen ist.

Verzögerung, logistische

Definition gemäß DIN EN 13306, 9.12: Summierte Zeitspanne, während die der Instandhaltung wegen der notwendigen Beschaffung von Instandhaltungsressourcen nicht ausgeführt werden kann, ausgenommen alle administrativen Verzögerungen. Anmerkung in DIN EN 13306: Logistische Verzögerun-gen können z.B. bei der Anfahrt zu unbeaufsichtigten Anlagen, verspätetem Eintreffen von Ersatzteilen, Fach-leuten, Prüfgeräten, Informationen und wegen widriger Umweltbedingungen auftreten.

Viskosität

Viskosität ist die "Zähigkeit" einer Flüssigkeit oder eines Gases. Sie resultiert aus den zwischenmolekularen Kräf-ten in einem Fluid, ist also abhängig von der Kohäsion, den intramolekular (zwischen den Molekülen oder Teil-chen) wirkenden Kräften, es wird auch von innerer Rei-bung gesprochen. Der Begriff Fluid umfasst dabei die Aggregatzustände Flüssigkeit und Gas. Je höher die Viskosität, um so dickflüssiger ist das Fluid.

Vollschmierung

Bei der Vollschmierung wird die Belastung vollständig vom Schmierstoff aufgenommen. Die Kontaktflächen sind getrennt. Sie lässt sich weiter unterteilen in:

  • " hydrostatische Schmierung
  • " hydrodynamische Schmierung
  • " elastohydrodynamische Schmierung

Wartung

Definition gemäß DIN 31051, 4.1.2: Maßnahmen zur Verzögerung des Abbaus des vorhandenen Abnutzungsvorrates. Diese Maßnahmen können nach DIN 31051 enthalten:

  • Auftrag, Auftragsdokumentation und Analyse des Auftragsinhaltes,
  • Erstellen eines Wartungsplans, der auf die spezifischen Belange des jeweiligen Betriebes oder der Betrachtungseinheit abgestellt ist und hierfür verbindlich gilt; dieser Plan soll u. a. Angaben über Ort, Termin, Maßnahmen und zu betrachtende Merkmalswerte enthalten,
  • Vorbereitung der Durchführung,
  • Vorwegmaßnahmen wie Arbeitsplatzausrüstung, Schutz- und Sicherheitseinrichtungen usw.,
  • Überprüfung der Vorbereitung und der Vorwegmaßnahmen einschließlich der Freigabe zur Durchführung,
  • Durchführung,
  • Funktionsprüfung und
  • Rückmeldung.

Relation: Nutzen der Wartung/Aufwand für die Wartung Erläuterung: Unter Wartung wird allgemein die regelmäßige Pflege von Maschinen und Anlagen durch Reinigen, Schmieren, Imprägnieren, Konservieren, Anziehen von Schrauben, kleine Instandsetzungen etc. verstanden, um eine Minderung der Abnutzung und eine längere Erhaltung der Funktionstüchtigkeit der Anlagen zu erreichen. Wartungsmaßnahmen dienen damit auch der Reduzierung der technischen Ausfallzeit, der Gewährleistung der Arbeitssicherheit und dem Schutz der Umwelt.

Werkstoffzähigkeit

Als Zähigkeit eines Werkstoffes wird die plastische Verformbarkeit unter extremen Bedingungen bezeichnet.

Zeitbegrenztes Teil

Definition gemäß DIN 31051, 4.6.2: Betrachtungseinheit, deren Lebensdauer im Verhältnis zur Lebensdauer der übergeordneten Betrachtungseinheit verkürzt ist und mit technisch möglichen und wirtschaftlich vertretbaren Mitteln nicht verlängert werden kann.

Zeitfestigkeit / Zeitschwing festigkeit

Als Zeitschwingfestigkeit (kurz: Zeitfestigkeit) wird die Schwingbeanspruchung für jede Bruchlastspielzahl bezeichnet, die kleiner als die Grenzlastspielzahl ist.

Zentralschmierung

Zentralschmieranlagen bieten sich an, wenn mehrere Schmierstellen versorgt werden müssen. Ein Vorteil besteht in der Verringerung des Wartungs-aufwandes. Durch die regelmäßige Schmierung und richtige Dosierung verringern sich der Schmierstoffverbrauch und der Verschleiß

Zufallsausfall

Zweite Phase des charakteristischen Verlaufes der Aus-fallrate (»Badewannenkurve«). Konsolidierungsphase (stabile Betriebsphase) mit nahe-zu konstanter Ausfallrate. Hier sind die Frühfehler abgeklungen und die Abnutzungserscheinungen sind immer noch vernachlässigbar. Während der Phase der konstanten Ausfallrate werden Systemausfälle im wesentlichen durch »äußere Einflüsse« verursacht; z.B. Umweltbeanspruchungen wie Druck, Umgebungstemperatur und Erschütterungen sowie Funktionsbeanspruchungen wie Belastungsschwankungen, Spannungs- und Leistungsschwankungen und selbst erzeugte Wärme. In dieser Phase sind die Ausfälle »stochastischer« Natur.

Zuverlässigkeit

Definition gemäß DIN EN 13306, 4.3: Fähigkeit einer Einheit, eine geforderte Funktion unter gegebenen Bedingungen für einen gegebenen Zeitbereich zu erfüllen. Anmerkung in DIN EN 13306: Der Begriff Zuverlässigkeit wird auch als Messgröße für den Grad der Zuverlässigkeit verwendet und kann auch als Wahrscheinlichkeit definiert werden.

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